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Finale im Fach Violoncello – die Preisträger stehen fest

Ein musikalisches Kräftemessen auf hohem Niveau – Finale im Fach Violoncello

(gd) – Nachdem einen Tag vorher die Gitarre als Mitglied der großen Familie der Saiten-instrumente in der Finalrunde im Interesse der Zuhörer stand, kam nun am 17. Mai 2019 das Violoncello an die Reihe. Das Violoncello (ital.: kleine Violone); gehört zur Viola-da-braccio-Familie. Die deutsche Bezeichnung war früher auch Bassgeige oder kleine Bassgeige. Dieses Instrument entstand nach 1535 in Norditalien.

Drei junge Cellisten von ursprünglich 51, die diesen Wettbewerb begonnen hatten, wett-eiferten nun um die begehrten Preise, unterstützt wurden sie wieder vom Philharmonischen Orchester Plauen/Zwickau unter der souveränen Leitung von GMD Leo Siberski, der es verstand, die jungen Solisten mit viel Einfühlungsvermögen sicher durch die drei Sätze (Nicht zu schnell [a-Moll], Langsam [F-Dur], Sehr lebhaft [a-Moll – A-Dur]) des berühmten Konzertes  für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 von Robert Schumann (1810-1856) zu führen. Schumann komponierte das Cellokonzert außerordentlich schnell: Vom 10. bis 24. Oktober 1850! Die Virtuosität steht bei ihm nie im Vordergrund – was nicht heißt, dass das Konzert leicht zu spielen wäre, im Gegenteil. Aber es gibt darin keine „Zirkusnummern“.  Stattdessen hat er eine der großen Qualitäten, die das Instrument auszeichnen, ins Zentrum gestellt: das Gesangliche, die Kantabilität. Das Cello darf das ganze Konzert über mit viel Seele singen!

 Yeong-Kwang Lee, der den Finalreigen begann, wurde 1995 in Seoul (Südkorea) geboren. Er war erster Preisträger mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe, wie dem Eum-Youn Wettbewerb 2007, dem Ewhakyunghang Wettbewerb 2008 und dem Solist Cello Ensemble Wettbewerb 2OO8.

Er gewann den Hauptpreis sowie den Preis des koreanischen Ministeriums für Kunst beim TBC Music Wettbewerb 2009. Beim 64. Wettbewerb „Prager Frühling“ 2012 und dem Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2013 war er der jüngste Halbfinalist.

Er gab viele Konzerte in Korea bei der Kumho Cultural Foundation, einige davon 2006 beim Kumho Prodigy Recital und dem Exzellenzkonzert an der Musikhochschule „Hanns-Eisler“. Durch die Begabtenförderung wurde ihm 2011 die Ehre zuteil, an der Korean National University of Arts angenommen zu werden.

Zurzeit studiert er an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Troels Svane (Master of Music). Außerdem blickt er auf Aufführungen mit dem Daegu Philharmonic Orchestra, dem Euroasian Philharmonic Orchestra und dem Incheon Philharmonic Orchestra zurück.

Sein Spiel berührte das Herz und die Seele! Besonders im 2. Satz wagte man kaum zu atmen, um diese sehr feinfühlige, introvertierte Interpretation nicht zu stören. Man könnte behaupten, dass Yeong-Kwang fast aus jedem Takt ein Kunstwerk formte! Er ließ sein Cello singen, so wie es der Komponist sich gewünscht hatte, doch im dritten Satz zeigte der Solist auch seine Leidenschaft und technische Perfektion.

Als nächster Kandidat kam der 21-jährige Schwede Daniel Thorell auf die Bühne und stellte sich der strengen Jury. Er errang bereits bei sieben internationalen Wettbewerben Preise, unter anderem dem Rovere D’oro, Italien 2017, Øresunds Soloist, Dänemark 2018 und dem EMCY prize für besondere Talente. Daniel hat mit vielen großen Orchestern in Schweden zusammen gespielt, wie zum Beispiel mit der The Royal Stockholm Philharmonic, dem Swedish Radio Symfony Orchestra und dem Gothenburg Symphony Orchestra. Aktuell studiert er im letzten Jahr bei Professor Torleif Thedéen. Daniel spielt ein G. B. Bodio-Cello von 1820, gesponsert von der “Järnåker” Foundation.

Seine musikalische Gestaltung war kraftvoller und extrovertierter. Doch besonders im 2. Satz bewies er ebenfalls, dass er sehr gefühlvoll und ausdrucksstark spielen kann. In den Eck-sätzen zeigte er, wie hervorragend er  sein Instrument technisch beherrscht.

Die Finalrunde des 54. IIW Markneukirchen wurde beendet von Friedrich Thiele (*1996) aus Deutschland. Er startete durch aktuelle Erfolge beim TONALi-Wettbewerb 2015 in Hamburg (3. Preis und Publikumspreis), sowie beim Wettbewerb „Ton und Erklärung“ in München 2017 (1. Preis) eine internationale Karriere.

In Folge gastierte er als Solist beim Orchester des Nationaltheaters Brasília, der Bremer Kammerphilharmonie, dem Münchner Rundfunkorchester, dem „Orquesta Sinfónica Simón Bolívar“ in Caracas und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Prag in Wiesbaden.

Seit 2016 ist Friedrich Student in der Klasse von Wolfgang Emanuel Schmidt in Weimar. Er wird durch die Deutsche Stiftung Musikleben gefördert und spielt ein französisches Cello (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts) aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds.

Friedrich Thiele trat solistisch bereits in vielen großen Konzerthäusern und Festivals, u.a. im Mariinsky-Theater Sankt Petersburg, der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Hamburg, dem Gasteig in München, beim „Heidelberger Frühling“ und beim „Vadim Repin Trans-Siberian Art Festival“ auf.

Eine energische Tongebung mit einem vollen Klang,  eine sehr differenzierte Gestaltung aller drei Sätze, eine wunderbare Empfindsamkeit besonders im 2. Satz und ein hervorragendes Zusammenspiel mit dem wieder exzellent auf die Solisten eingehenden Orchester waren die herausragenden Eigenschaften dieser Interpretation des Schumannschen Cello-Konzertes.

In jedem Solokonzert soll der Solist zeigen, was er kann: wie virtuos er sein Instrument beherrscht, welche Klangfarben er aus ihm hervorzulocken vermag – und natürlich vor allem, dass er in der Lage ist, das Werk überzeugend zu interpretieren. Und diese drei Finalisten bestätigten in allen Punkten,  dass sie zu Recht die Finalrunde erreicht haben; und letztlich entschieden wohl nur Kleinigkeiten über den Preis.

Doch am Ende waren die 6 Juroren verantwortlich für dessen Vergabe. Bevor Prof. Thomas Selditz das Urteil bekannt gab, wendete sich die Vorsitzende der Jury im Fach Violoncello, Frau Prof. Maria Kliegel, mit einigen warmherzigen Worten an die drei Finalisten und betonte, dass dieser Wettbewerb und das Finale auf einem sehr hohen Niveau stattfand, und jeder sich seiner musikalischen Fähigkeiten bewusst sein sollte, auch wenn eben einer im entsprechenden Moment besser war.

 

  1. Preis: …………………………………………………………………… Yeong-Kwang Lee (Südkorea)
  2. Preis: …………………………………………………………………… Friedrich Thiele (Deutschland)
  3. Preis: …………………………………………………………………… Daniel Thorell (Schweden)

 

Allen Preisträgern die herzlichsten Glückwünsche und für ihre künstlerische und private Zukunft alles Gute, Glück und Gesundheit!

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Finale im Fach Gitarre – Die Preisträger stehen fest

(gd) – Am Donnerstag, dem 16. Mai 2019, trafen sich nach drei schwierigen Auswahlprüfungen mit insgesamt 31 Solisten nun die besten drei Gitarristen dieses Wettbewerbes in der Musikhalle zum alles entscheidenden Finale mit dem Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau  unter der sou-veränen Leitung seines 1. Kapellmeisters Vladimir Yaskorski. Als Pflichtstück für alle drei Finalisten stand das Gitarrenkonzert Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo (1901–1999) auf dem Programm. Es wurde im Frühjahr 1939 in Paris komponiert und am 9. November 1940 in Barcelona uraufgeführt. Dieses Konzert ist nicht nur das mit Abstand populärste Werk Rodrigos, sondern auch eines der bekanntesten klassischen Musikstücke des 20. Jahrhunderts. Rodrigo komponierte das Concierto de Aranjuez auf Anregung seines Freundes, des Gitarristen Regino Sáinz de la Maza, der auch den Solopart in der Uraufführung übernahm.

Der Komponist beschreibt in diesem Werk die Gärten des Königlichen Palastes von Aranjuez südlich von Madrid, der Frühjahrsresidenz der spanischen Könige. Er fühlte sich dem Palast sehr verbunden: Er war in den Gärten mit seiner zukünftigen Ehefrau oft spazieren gegangen. Im zweiten Satz des Werkes beschrieb Joaquín Rodrigo seine Gefühle rund um das einschneidendste Erlebnis in seinem Leben: die Totgeburt seines erstgeborenen Sohnes und damit verbunden den Schmerz, die unendliche Trauer, die Wut, das Loslassen und die Bitte an Gott, er möge seine geliebte Ehefrau Victoria am Leben lassen.

Der 1. Satz (Allegro con spirito, D-Dur), in klassischer Sonatenhauptsatzform, ist ein lebhafter Fandango im 6/8-Takt., während das  Adagio, ein langsames, in klagendem Ton gehaltenes Stück in h-Moll, wohl der populärste Satz des Konzerts, ist. Ein heiterer Rondo-Satz in H-Dur, der  von unregelmäßigen Takt- und Rhythmuswechseln lebt, beendet das Werk.

Der erste der drei Solisten, die mit der Interpretation dieses Gitarrenkonzertes gegeneinander antra-ten, war Damiano Pisanello (*1990 Schweiz). Er erhielt ersten Gitarrenunterricht bei Miguel Charosky in Genf und  studiert seit 2010 an der Hochschule für Musik Basel in der Gitarrenklasse  von Pablo Marquez.  2018 machte er den Masterabschluss. Neben  dem  Studium  der  romantischen Gitarre liegt sein größtes Interesse in der Interpretation der zeitgenössischen Musik sowie in der Kammermusik, so spielt er in diversen Ensembles. Damiano Pisanello ist mehrfacher Preisträger des Schweizer Jugendmusikwettbewerbes.  2009 trat er als Solist mit dem Züricher Kammerorchester auf. Des Weiteren erhielt er den 1. Preis der European Guitar Teachers Association, einem Berufsverband der Gitarrenlehrer, den 3. Preis beim Internationalen Ligita Gitarrenwettbewerb in  Liechtenstein,  den  2. beim Internationalen  Budapest Gitarrenwettbewerb sowie den 1. Preis beim Internationalen Gitarrenwettbewerb in Sevilla.

Seine Interpretation strahlte Werkverständnis und große musikalische Reife aus. Die konzertante Ausgewogenheit dieses Vortrages war auch ein Verdienst des Orchesters, das sich stets wunderbar zurücknahm. Leider konnte Damiano seine Konzentration nicht bis zum Schluss halten, so dass ihm doch einige kleine technische Fehler unterliefen.

Als nächstes war dann Zsombor Attila Sidoo, 1997 in Ungarn geboren, an der Reihe. Er wurde früh von József Eötvös in der Franz Liszt Academy for Music in Budapest beeinflusst, in welcher er Junior-Student war. Seit 2013 studiert er bei Paolo Pegoraro an der Universität für Musik und Performance Arts in Graz. Aufgrund seines Interesses für musikalische Komposition hatte er das Privileg, von Beat Furrer unterrichtet zu werden. Zusätzlich arbeitete er mit Cantando Admont und Mats Scheidegger zusammen, um Furrers und Solages Musik in der Otto Wagner Kirche in Wien aufzuführen.

Zsombor Sidoo ist wohl einer der vielversprechendsten Gitarristen seiner Generation. Trotz seines jungen Alters erhielt er bei den verschiedensten Auftritten große Aufmerksamkeit, sowohl von internationalen Juroren als auch von den Zuschauern. Er gewann zahlreiche Wettbewerbe, darunter den 15. „Enrico Mercatali” Wettbewerb (Gorizia), den internationalen Gitarrenwettbewerb „Ida Presti”  und den 10. Oberhausener Gitarrenwettbewerb, genauso wie auch den zweiten Platz beim 11. Johann Kaspar Mertz Wettbewerb (Bratislava). Zsombor Sidoo gibt regelmäßig in den verschiedensten Orten Europas Konzerte, wie zum Beispiel im Ehrbarsaal in Wien, im Mozarthaus in Augsburg oder in der Fricsay Hall in Szeged. 2016 erhielt er das „Begabtenstipendium der Stadt Graz”.

Sein Vortrag des Konzertes war leidenschaftlicher und temperamentvoller, kraftvoll ging er das Werk an. Sein 2. Satz strahlte Sanftheit und Melancholie aus – er korrespondierte wunderbar mit dem Englischhorn, doch auch er musste den technischen Schwierigkeiten im 3. Satz Tribut zollen.

Die chinesische Gitarristin Hao Yang (18 Jahre) war nun die dritte im Bunde. Sie besucht seit 2014 das Curtis Institute of  Music und studiert bei den renommierten Gitarristen David Starobin und Jason Vieaux.

Hao Yang hat bereits zahlreiche Preise bei Gitarrenwettbewerben gewonnen. So erzielte sie 2018 den vierten Platz beim GFA (Guitar Foundation of America) Concert Artist Wettbewerb und belegte den ersten Platz beim GFA International Youth Wettbewerb.

Hao Yang trat bei großen Musikevents auf, darunter bei den International Guitar Festivals in Cleveland, Panama und Peking. Als Kammermusikerin machte sie im Jahre 2015 ihr Carnegie Hall- Debut mit ihrem Gitarrenduo ‘Talking Guitars’ und Werken vom bekannten Komponisten Paul Lansky. Sie arbeitete mit dem durch einen Grammy ausgezeichneten Label Bridge Records Inc. und nahm Musik  von Paul Lansky und Poul Ruders auf.

 Hao Yang zeigte eine souveräne, reife Leistung in ihrem Vortrag. Trotz ihres jugendlichen Alters wirkte Hao sehr selbstbewusst und bewies mit ihrem Spiel eine hohe Musikalität, vor allem im 2. Satz bewies sie viel Ausdrucksvermögen und Werkverständnis. In den Ecksätzen wirkte die Interpretation gelegentlich etwas „brav”.

Nach diesen drei Vorträgen galt es nun für die Juroren, zu vergleichen, abzuwägen und zu beurteilen in Sachen Beherrschung des Instrumentes, Musikalität und Werkverständnis. Die Beratung dauerte ziemlich lange, was zeigte, dass es die Jury sich nicht leicht machte, ein gerechtes Urteil abzugeben. Und dieses sah so aus:

1. Preis: ........................................................................... wurde nicht vergeben!
2. Preis: ........................................................................... Hao Yang (China)
3.
Preis: .......................................................................... Damiano Pisanello (Schweiz)
3.
Preis:  .......................................................................... Zsombor Attila Sidoo (Ungarn)

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Erfolg braucht glückliche Umstände - Sinfoniekonzert zur Wettbewerbseröffnung

(gd) – Dank unermüdlicher Arbeit des Organisationsteams im Rathaus  konnte der 54. Interionale Instrumentalwettbewerb am 09. Mai 2019 mit einem festlichen Konzert eröffnet werden.

Nach der Wettbewerbsfanfare begrüßte Markneukirchens Bürgermeister und Vorsitzender des Vereins IIW Markneukirchen e.V., Andreas Rubner, den neuen Präsidenten des IIW für Saiteninstrumente, Prof. Thomas Selditz, die 13 Juroren aus 11 Ländern und natürlich die 82 Teilnehmer aus 28 Ländern und 5 Kontinenten, die solch einen Wettbewerb erst mit Leben erfüllen.

Das Stadtoberhaupt verwies auf die exorbitante Bedeutung der Stadt Markneukirchen für diesen Wettbewerb, er lebe durch den Ort, in dem er stattfindet. Kein anderer Instrumental-wettbewerb in der Welt bietet diese Nähe zu den Herstellern der Instrumente! Teilnehmer und Juroren mögen etwas aufnehmen von der über 350-jährigen Tradition des Musikinstrumentenbaus in Markneukirchen.

Des Weiteren dankte Herr Rubner ganz herzlich Frau Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, und dem Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, für ihre Bereitschaft, auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft über den Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen  wieder übernommen zu haben.

Herr Rubner sieht in der musischen Erziehung der Kinder und Jugendlichen eine große Bedeutung für deren Entwicklung zu empathisch denkenden und sozial handelnden Menschen, und deshalb brachte er auch seine Freude, seinen Stolz und Dank über die Restaurierung unserer Musikschule zum Ausdruck.

 Der IIW habe eine breite Basis aus Tradition und Gegenwart, aus Musikinstrumente machenden und Kultur schaffenden Menschen und sei eine Herzensangelegenheit der Markneukirchner Bürger. Darum bedankte sich Bürgermeister Rubner zum Schluss auch ganz herzlich bei allen Sponsoren und Helfern, die es immer wieder ermöglichen, dass ein solch international angesehener Wettbewerb durchgeführt werden kann. Ein großes Dankeschön ging auch an das Sinfonieorchester Markneukirchen für die gute Zusammenarbeit im Rahmen des IIW.

Der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Uwe Graul, überbrachte anschließend die herzlichsten Grüße von Frau Dr. Eva-Maria Stange und beglückwünschte „alle Verantwortlichen zu diesem international anerkannten Musikwettbewerb, der in der Fachwelt einen hervorragenden Ruf genießt“. Er beschrieb, wie die „anwesenden Vertreter der deutschen Kulturszene in Görlitz beeindruck sind, wenn sie sich über unser Kulturland Sachsen beugen… Wir haben eine breite Verankerung und tiefe Wertschätzung der Kultur in unserer Bevölkerung“. In der Region Markneukirchen und Umgebung sei „neben allem anderen insbesondere die Musik und auch der Bau von Musik-instrumenten quasi ein Grundnahrungsmittel“.

Als dritter Redner trat dann Prof. Thomas Selditz an das Pult und begrüßte die Ehrengäste, die Mitglieder der Jury und die Teilnehmer auf das herzlichste. „Erfolg braucht glückliche Umstände“ Diese Überschrift aus einer Zeitschrift, die er als Student gelesen hatte, sei für ihn zum Leitsatz geworden. „Die Umstände sind glücklich, hier, jetzt, in Markneukirchen, für uns alle, inmitten einer Zeit, in der sich die Menschen mit vielem zu beschäftigen scheinen außer mit dem, berührt zu werden, andere zu berühren durch Schönes, ...“ Auch er ist der Meinung, dass der Markneukirchner Wettbewerb „nach wie vor eine ungebrochen hohe Attraktivität in der Welt der Musik“ besitzt. Alle Teilnehmer sind „bestens vorbereitet für den Erfolg, für ihren Erfolg“. Er ermutigte die jungen Musiker, bei allen Erfahrungen, die sie in Markneukirchen machen werden, doch offen zu bleiben, wenn Sie ausscheiden sollten, hier in Markneukirchen zu bleiben, sich die anderen Teilnehmer anzuhören, die Werkstätten der Instrumentenbauer zu besuchen, auszuprobieren – es würde zu ihrem Besten sein. „Markneukirchen ist eine Stadt, die sich lange auf Sie vorbereitet hat, eine Stadt, die Sie wirklich willkommen heißt… Sie haben hier alles, was Sie brauchen. Ich lade Sie ein, diese glücklichen Umstände hier zu suchen“. Zum Schluss seiner einfühlsamen Worte wünschte er allen Teilnehmern viel Erfolg und Spaß in diesen Tagen der musikalischen Auseinander-setzung und des Lernens.

Nach den Begrüßungsworten, kam dann endlich die Musik zu Wort. Als erstes stand Johann Christian Bachs (1735-1782) Sinfonia D-Dur op. 18 Nr.4 auf dem Programm. Obwohl der Dirigent Matthias Spindler an diesem Abend mit herzlichem Beifall begrüßt wurde (nicht wie zu Zeiten des Komponisten, wo das Orchester mit kräftigen Akkorden das Publikum zur Ruhe bringen musste), der Beginn des ersten Satzes hätte etwas kraftvoller und energischer sein können. Doch im weiteren Verlauf steigerten sich die Musiker und entwickelten eine wunderbare Dynamik, eine stilsichere Interpretation und eine stimmige Intonation. Vor allem im 2. Satz begeisterte die sehr feine, filigrane Artikulation, besonders in den Streichern und Flöten.

 Der Höhepunkt des Abends war zweifelsohne das Konzert e-Moll für Oboe, Streicher und Basso continuo, TWV 51:e1 von Georg Philipp Telemann (1681-1767). Solist Thomas Hecker, u.a. Gewinner des Deutschen Musikwettbewerbes 2008 und Preisträger des IIW Markneukirchen 2010, verzauberte förmlich das gespannt lauschende Publikum mit seiner Oboe – er lässt sie im 1. Satz singen und weinen, im Mittelsatz springt und tanzt sie mit einer Leichtigkeit, die einem die Anstrengungen des Blasens einer Oboe vergessen lässt. Auch im abschließenden Allegro zeigt er die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instrumentes.

Und auch das Orchester stand dem Solisten in nichts nach, es wuchs förmlich über sich hinaus und ließ dem Solisten durch eine ausgewogene Dynamik, durch eine souveräne Begleitung und ein klanglich reines und einfühlsames Spiel dem Solisten genügend Freiraum, ohne selbst zu sehr in den Hintergrund zu treten. Das war Musizieren auf hohem Niveau, einfach ein Ohrenschmaus!! Chapeau  vor der Leistung des Dirigenten, der der landläufigen Meinung widersprach, dass Männer nicht multitaskingfähig seien. Souverän  führte er, selbst Cembalo spielend, dem  Solisten folgend und das Orchester dirigierend, durch dieses Werk!

Mit der abschließenden 2. Sinfonie  D-Dur op. 73 von Johannes Brahms (1833-1897) hat sich das Orchester ein sehr eindrucksvolles Werk ausgewählt, das Amateurmusikern im spiel-technischen Bereich, in der melodischen, rhythmischen und dynamischen Gestaltung dieser vier langen Sätze alles abverlangt. Es gehört viel Mut und Enthusiasmus dazu, sich an solch ein sinfonisches Werk, das zu den schwierigsten in der klassischen Literatur gehört, zu wagen! Der Beifall des dankbaren Publikums hat aber gezeigt, dass es diese außergewöhnlichen Leistungen eines jeden einzelnen Musikers honoriert.

Ich finde, unser Orchester entwickelt sich zu einem Klangkörper, der den Vergleich mit Profi-Orchestern mitunter nicht zu scheuen braucht. – Doch kommt man sicher auch mit kleineren Schritten (sprich: mit etwas leichterer Musik!) zum Ziel!

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BO & Gym - Blasorchester Markneukirchen und Chor des Gymnasiums

(gd) – Liest man das Motto dieser Veranstaltung, so denkt man an eine „Geheimsprache“ der Jugendlichen. Mit der Jugend hatte „BO & GYM auch zu tun, denn auf der Bühne tummelten sich überwiegend Menschen dieser Generation und musizierten und sangen, was das Zeug hielt! Zu sehen und zu hören, wie junge Menschen, die eigentlich nach landläufiger Meinung nichts mit ihrer Zeit anfangen können, mit Begeisterung diesem Hobby ‘Musik‘ nachgehen und dazu noch „die Alten“ erfreuen – da ging einem das Herz auf!! Ja, das Blasorchester Markneukirchen, in dem natürlich auch etwas „reifere Semester“ sitzen, und der große Chor und Solisten des Gymnasiums Markneukirchen gestalteten gemeinsam einen musikalischen Abend, der wohl vielen Besuchern dieses Konzertes noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Das sehr abwechslungsreiche Programm hielt für jeden Geschmack etwas bereit – es wurde ein Bogen gespannt vom Volkslied über Marsch, Spiritual, Musical, Filmmusik, Gershwin-Melodien bis hin zur klassischen Oper. Das Motto könnte aber auch  „Viva belcanto!“ lauten, denn was an diesem Abend unter der souveränen Leitung des Dirigenten Dr. Enrico Weller von der Bühne ertönte, war schon des Hörens wert! Man sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen, dass auch Musiklehrer Michael Straube, der zusammen mit Dr. Weller die Choreinstudierung durchführte, einen großen Anteil am Gelingen dieses Abends hat.

Rebecca Lauterbach, Schülerin des Gymnasiums Markneukirchen, moderierte diesen Abend  überaus informativ und souverän, so dass jeder Zuhörer mit den jeweils folgenden Musikstücken etwas anfangen und wohl klüger nach Hause gehen konnte.

Das Konzert wurde traditionsgemäß mit der Fanfare der Vogtländischen Musiktage von Gerhard Paul eröffnet. Mit dem anschließenden Markneukirchner Musikantenmarsch, der „Hymne“ des Blasorchesters, vom 100stimmigen Chor unterstützt, wird dem Zuhörer vermittelt, wie stolz man auf seine Musikstadt Markneukirchen sein kann!

 Volkslieder sind ein wesentlicher Bestandteil der Kultur eines Volkes, doch leider geraten sie in Deutschland immer mehr in Vergessenheit. Umso erfreulicher war es, dass an diesem Abend zwei der schönsten und bekanntesten – Kein schöner Land (aus dem Band „Deutsche Volkslieder in ihren Originalweisen“ von Wilhelm von Zuccamaglio) und Die Gedanken sind frei  (Hofmann von Fallersleben), das 1780 das erste Mal veröffentlicht wurde – erklangen.

Viva Belcanto! (Es lebe der schöne Gesang!) – „Es beschreibt ein Lebensgefühl und die Freude am Singen“!! Sänger und Sängerinnen aus dem Gymnasium und das Markneu-kirchner Blasorchester versetzten das Publikum in das Verona des 19. Jahrhunderts und ins Staunen! Es erklangen bekannte Titel wie Capriccio italiano, der Gefangenenchor aus Nabucco, der Triumphmarsch aus Aida, Santa Lucia (italienische Volksweise), das Trinklied aus La Traviata und Funiculi, Funiculà. Was vor allem die Solisten Judith Meixner und Kenneth Strobel, aber auch Chor und Orchester hier boten, war einfach molto bene!!

Beindruckend waren auch der Exodus Song (Ernest Gold), ein Lied aus dem US-amerikanischen Spielfilm „Exodus“ (Auszug) aus dem Jahr 1960, der auch heute noch eine große Bedeutung bei der Wahrnehmung des Nahost-Konflikts in den USA besitzt, und die Titanic Story, Ballade für Solo, Chor und Orchester. Der Untergang der Titanic hat die Gemüter von Generationen bewegt. Die gestalterische und stimmliche Präsenz der Solisten Jakob Gropp und Johann Straube, beide Schüler der 11. Klasse, und der Gesang des Chores führten dem Publikum die ganze Dramatik dieses Jahrhundertereignisses eindrucksvoll vor  Augen bzw. vor Ohren.  

Da unsere ehemalige Kreisstadt Klingenthal in diesem Jahr 100 Jahre Stadtrecht feiert, ließen die Mitwirkenden es sich nicht nehmen, einen musikalischen Gruß über den Berg zu schicken, einen Gruß aus Markneukirchen nach Klingenthal mit dem Marsch „Gruß aus Klingenthal“  (Ernst Uebel), unterstützt durch ein freundliches Mitklatschen des Publikums.

Wer da glaubte, dass den Sängern und Bläsern im 2. Teil des Konzertes inzwischen die Luft ausging, der wurde eines Besseren belehrt. Fidel ging es mit Semper fidelis (immer treu), einem von John Philip Sousa (amerikanischer Marschkönig) 1888 komponierten Marsch, den er den Männern des Marine-Korps widmete, weiter.

In dem Programmpunkt Morning Spiritual (Medley) von Luigi Ghisallo wurde es dann wieder etwas ernster. Spirituals, schmerz- aber auch hoffnungsvolle Gesänge der Sklaven im alten Amerika, (wie z.B. Were your there when they crucified my lord?, Swing low, sweet chariot, Oh, Lord what a morning oder Give me that old religion), einfühlsam vorgetragen vom Chor des Gymnasiums, ließen die ganze Trostlosigkeit aber auch die Hoffnung auf Erlösung durch Jesus Christus erahnen.

Auch das Orchester konnte sich mit The Symphonic Gershwin in einem Arrangement von Warren Barker wieder “stärker ins Spiel bringen“. Es erklangen in einem Medley – sehr stimmig und dem Spirit des Amerikas der 20er Jahre gekonnt nachempfunden – Ausschnitte aus den berühmten Werken „Ein Amerikaner in Paris“, „Rhapsodie in Blue“ und „Kubanische Ouvertüre“ von George Gershwin. 

Lilly Menzel, vielen Konzertbesuchern bereits als exzellente „hauseigene“ Sängerin bekannt, begeisterte die Zuhörer mit Gold von den Sternen aus dem Musical „Mozart“. Aber auch   Lisa-Marie Thiele konnte mit dem Lied Gabriellas Song (Stefan Nilsson) aus dem bewegenden schwedischen Film „Wie im Himmel“ überzeugen. Es war einfach glaubhaft, wenn sie die Worte „Ich will leben, wissen, dass ich wertvoll bin“ sang. Beide bekamen mit Recht viel Beifall.

Mit Markneukirchner Musical-Momente (Teil 2) erlebte das Publikum gewissermaßen als „Abgesang“ Highlights aus den Musicals „Columbus“, „Elisabeth“, „Criminal Tango“ und  „Notre Dame“ (letzteres leider sehr aktuell!). Als Solisten, die sich in den Musicals gewissermaßen wie „zu Hause“ fühlen, traten Pascal/Johann, Jakob, Lilly/Pascal und Lilly, Judith, Lisa, Johann, Hanna, Kenneth auf. In einer dramaturgisch und gesanglich beeindruckenden Show erklangen die wunderbaren Melodien aus Musicals des Gymnasiums Markneukirchen – federführend war einmal mehr Sebastian Wildgrube, Absolvent des Gymnasiums.

Langanhaltende Standing Ovations waren der Lohn für die herausragenden Leistungen von Solisten, Chor und Orchester; das Publikum war einfach begeistert und bekam dann auch noch die erhofften Zugaben mit We have a dream von Dieter Bohlen (mit Lilly Herrmann, Jakob Gropp, Hanna Hartenhauer und Kenneth Strobel) und noch einmal – sozusagen als Bestätigung für diesen herrlichen Abend – Viva Belcanto!

Danke allen Mitwirkenden für diesen schönen Abend!!

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Finalisten in den Fächern Violoncello und Gitarre stehen fest

(sh) Für die beiden Finalrunden des 54. Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen in den Fächern Violoncello und Gitarre konnten sich insgesamt sechs junge Musikerinnen und Musiker qualifizieren. Nach Abschluss der dritten Auswahlprüfung standen sie als beste der verbliebenen 14 Kandidaten fest.

YeongKwang Lee (Südkorea), Daniel Thorell (Schweden) und Friedrich Thiele (Deutschland) werden nun am Freitag, dem 17. Mai 2019 ab 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen in der Finalrunde im Fach Violoncello erneut vor die internationale Jury treten und um die Preise spielen. Sie werden ihr außergewöhnliches Können mit Robert Schumanns Cellokonzert in a-moll unter Beweis stellen.

Bereits am Tag davor werden um 19.00 Uhr am gleichen Ort die drei Finalisten des Fachs Gitarre auftreten. Damiano Pisanello (Schweiz), Zsombor Attila Sidoo (Ungarn) und Hao Yang (China) präsentieren sich mit dem Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo.

Begleitet werden alle Finalisten vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau. Die Leitung übernimmt Vladimir Yaskorski für das Gitarrenfinale und GMD Leo Siberski für das Cellofinale. Karten für beide Veranstaltungen können zum Preis von 3 Euro an der Abendkasse erworben werden.

Neben den erfahrenen Damen und Herren der internationalen Jury ist auch das Publikum an beiden Abenden aufgerufen, seinen Favoriten zu wählen. Der Publikumspreisträger wird dann im Rahmen des Preisträgerkonzertes am Samstag, dem 18. Mai 2019, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen bekanntgegeben und erhält für den Fall, dass es sich um einen Gitarren-Teilnehmer handelt, eine Oktavgitarre, gefertigt von einer ortsansässigen Zupfinstrumentenbaumeisterin. Sollte es sich bei dem Preisträger um einen Teilnehmer des Faches Violoncello handeln, erhält dieser einen Cellobogen eines vogtländischen Bogenmachermeisters. In beiden Fällen stiftet die Sparkasse Vogtland den Preis im Wert von bis zu 2.500 €.

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