Anmeldungen aus 46 Ländern - Wettbewerb so international wie nie zuvor

(cs) Der 52. Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen wird ganz im Zeichen von Viola und Kontrabass stehen. Vom 4. bis 13. Mai 2017 lädt die Musikstadt erneut junge Musiker aus aller Welt ein, über vier Wettbewerbsrunden ihr herausragendes Können zu zeigen und sich der Bewertung durch namhafte Juroren aus dem In- und Ausland zu stellen. Das Fach Kontrabass hat dabei in Markneukirchen einen besonderen Stellenwert, wurde doch mit der Einführung dieses Faches im Jahr 1975 ein Instrument auf das internationale Podium geholt, das solistisch oft nur ein Schattendasein führt. Umso bemerkenswerter sind die Leistungen der Teilnehmer und ein Erfolg in Markneukirchen wird ein Meilenstein in ihrer künstlerischen Laufbahn sein.

Bis zum Ende der Anmeldefrist bewarben sich 179 Kandidaten aus 46 verschiedenen Ländern von vier Kontinenten. Damit ist das Bewerberfeld so international wie nie zuvor bei einem Markneukirchener Wettbewerb. Auf das Fach Viola entfielen 110 Anmeldungen aus 33 Ländern. Im Fach Kontrabass bewarben sich 69 Teilnehmer aus 29 Ländern. Besonders stark vertreten sind junge Musiker aus Südkorea (32), die erstmals in beiden Fächern die größte Gruppe stellen, gefolgt von Deutschland (26) und China (15). Alle Bewerber wurden zum Wettbewerb zugelassen und erhielten in den letzten Tagen eine Einladung in die Musikstadt.

Prof. Monika Grütters übernimmt Schirmherrschaft 2017

(cs) Die diesjährige 52. Auflage des Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen findet vom 4. bis 13. Mai in den Fächern Viola und Kontrabass statt. Erstmals wird in diesem Jahr die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, die Schirmherrschaft über den traditionsreichen Musikwettbewerb in der Stadt der Musikinstrumentenbauer übernehmen. Sie übt dieses Amt gemeinsam mit dem weltbekannten Dirigenten Christian Thielemann aus, der 2016 in dieser Funktion die Nachfolge von Prof. Kurt Masur angetreten hat. 

„Neujahrszauber“

Ein farbenfroher Streifzug durch 500 Jahre Musikgeschichte

Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters Markneukirchen am 07.01.2017

(gd) – Dieses Konzert zu Beginn eines neuen Jahres ist inzwischen ein Highlight im Musikleben unserer Stadt geworden; und auch in diesem Jahr waren die ca. 700 Zuschauer  begeistert vom sehr abwechslungsreichen, mit kleinen Überraschungen gespicktes Programm, vom mit viel Musizierfreude und großer Wandlungsfähigkeit aufspielenden Orchester unter der souveränen Leitung seines Dirigenten Matthias Spindler und von der humorvollen, lockeren Moderation des Plauener Schauspielers Jörg Simmat.

Vielleicht war der eine oder andere etwas verwundert, zu Beginn des Konzertes das Luther-Lied „Eine feste Burg ist unser Gott“ (1521) zu hören, das mit klarer Tonsprache von den Blechbläsern des Orchesters intoniert wurde und den Zuhörern im Sinne Martin Luthers zu verstehen gab, wem wir alles zu verdanken haben und wem wir stets vertrauen können!

Nach diesem beeindruckenden Choral, der „Marseillaise der Reformation“, ergriff Bürger-meister Andreas Rubner das Wort. Er begrüßte zahlreiche Ehrengäste, wie z.B. die Bundes-tagsabgeordnete Yvonne Magwas, die sich für den Internationalen Instrumentalwettbewerb und für unsere Region immer wieder stark macht, eine kleine Delegation aus der tschechischen Nachbargemeinde Luby, Vertreter des Bubenreuther Musikvereins oder den Bürgermeister Bad Brambachs. In seiner Rede blickte Rubner nicht nur voller Sorge auf die große Weltpolitik, sondern stellte auch fest, dass es den Menschen in Deutschland nach der Wende noch nie so gut ging: Wir leben in Frieden, die Zahl der Arbeitslosen ist stark gesunken und viele neue Arbeits- und Ausbildungsplätze wurden geschaffen, die Konjunktur boomt!

Eine deutliche Mahnung ging an diejenigen, die „denken, mit Nationalismus und Abschottung nach außen könne man Probleme lösen… Unsere Welt ist nicht schwarz/weiß, sondern vielschichtig und bunt, und daraus ergeben sich Probleme, die vielschichtig sind, und so führen … populistische Lösungen nur wieder zu neuen Problemen“!

Bürgermeister Rubner ging natürlich auch auf das regionale politische und wirtschaftliche Leben ein. So dankte er allen, die mit ihrer Arbeit, mit ihrem Engagement „dazu beitragen, dass es sich lohnt, hier zu leben“, er bedankte sich u.a. für die Nachbarschaftshilfe der Städte Reichenbach und Auerbach und des Landkreises zur Fortführung unserer Freilichtmuseen, dem Kulturraum Zwickau für die Erhöhung des Zuschusses für den IIW, für die tatkräftige Unterstützung seitens Yvonne Magwas, die Frau Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, als Schirmherrin für den IIW 2017 zu gewinnen.

Mit Blick auf das kulturelle Leben unserer Stadt, das dem eines „Mittelzentrums“ gleichzusetzen ist, auf die weiteren Vorhaben unserer Stadt (Restaurierung der Musikschule, Ausbau des Busbahnhofs und des Feuerwehrgebäudes, Schlossparksanierung Erlbach, Ausbau der Richard-Wagner-Straße) schwang ein gewisser Stolz mit. Der bevorstehenden Bundestagswahl gedenkend, warnte er eindringlich davor, unsere Demokratie, die zu den besten der Welt gehört, aufs Spiel zu setzen.

Und dann ging es mit Riesenschritten durch die Musikgeschichte aus 5 Jahrhunderten. Für die Renaissance stand Michael Praetorius (1571-1621) mit einem französischen Tanz  Spagnoletta auf dem Programm. Ihm folgte als Vertreter der Barockzeit natürlich der Großmeister Johann Sebastian Bach, dessen Name durch die Tuba angekündigt wurde: B-A-C-H. Von ihm erklangen Menuett und Badinerie aus der 2. Orchestersuite, mit barocker Leichtigkeit spielte hierbei  Rayna Voigt  die Soloflöte.

Die Wiener Klassik wurde gleich von zwei Komponisten vertreten. Beim 4. Satz der Sinfonie Nr. 18 von Joseph Haydn kam Unruhe im Publikum auf, denn es verließen nacheinander alle Musiker – bis auf 2 Violinen (Norbert Knappe und Liljana Makuway) – und der Dirigent die Bühne. Jörg Simmat klärte die Zuhörer anschließend auf:  Es war die sogenannte Abschieds-sinfonie, mit der Joseph Haydn seinen Dienstherren Fürst Esterhazy davon überzeugen wollte, dass seine Musiker auch einmal nach Hause zu ihren Familien wollten. Ein Enfant terrible der Musikszene dieser Zeit war wohl W.A. Mozart, von dem passender Weise sein Kanon Bona nox ausgewählt und vom Orchester aber mit dem Instrument „Stimme“ gespielt bzw. gesungen(!) wurde, und das gar nicht schlecht; doch sang man nicht den Originaltext Mozarts, sondern die salonfähigere Variante! Auch in der anschließenden Aufforderung zum Tanz von C.M. von Weber, in einer Bearbeitung von Hector Berlioz – eine gelungene Interpretation dieses schwierigen Werkes! – bekamen die Zuhörer etwas zum Schmunzeln: Die Posaunen wiesen mit großen Schildern darauf hin, dass sie „ 464 Takte Pause“ hätten.

Ein Walzer von Johann Strauß darf natürlich in einem Neujahrskonzert nicht fehlen, und so erklangen als Übergang zur Romantik seine berühmten „Frühlingsstimmen“ und entließen das Publikum beschwingt in die Pause, wo den Gästen traditionsgemäß ein Erfrischungsgetränk kredenzt wurde.

Auch der 2. Teil des Abends ging mit viel Schwung weiter und das Orchester konnte einmal mehr zeigen, welch großes Potenzial in ihm steckt! Mit Temperament, Leidenschaft und hervorragender dynamischer Gestaltung erklangen Brahms Ungarischer Tanz Nr. 5, Antonín Dvo Slawischer Tanz Nr. 1, der Tango in D von Isaac Albéniz und Aram Chatschaturjans Säbeltanz aus seinem wunderschönen Ballett „Gajaneh“.

Stellvertretend für die neuzeitliche Musik spielte das Orchester von Viktor Lopez ein James Bond Medley, von A. Lloyd Webber Symphonic Reflection und von Leonard Bernstein West Side Story – Selection for Orchestra und bewies einmal mehr, dass es auch mit moderner Rhythmik und Harmonik umgehen und den Nerv dieser Zeit treffen kann.

Das begeisterte Publikum, das dem Orchester und seinem Dirigenten mit Standing ovations für diesen herrlichen Abend dankte, erhielt natürlich nicht nur die traditionelle Zugabe, den Radetzky-Marsch, sondern auch noch einmal – gewissermaßen als Rausschmeißer – den Säbeltanz.

Die rhetorische Frage des Moderators Jörg Simmat: „Sind Sie sich eigentlich bewusst, welch fantastisches Orchester Sie hier haben?!“,  fasste die musikalischen Leistungen, den Ideen-reichtum und die Originalität des Orchesters  zusammen.

Da kann man nur noch ausrufen:  Chapeau!!

Konzert mit dem Lanzinger Trio am 4. März 2017

(cs) „Volksmusik mit frischem Wind“ verspricht das Lanzinger Trio für sein Konzert am 4. März 2017, 20.00 Uhr in der Villa Merz in Markneukirchen. Dass dies sicher nicht übertrieben ist, lässt bereits die Zusammensetzung des Trio erahnen: Komalé Akakpo – einer der wenigen professionellen Hackbrettspieler, mit teils afrikanischen Wurzeln, Jörg Lanziger – freischaffender Zitherspieler und –lehrer sowie Hannes Mühlfriedel – gefragter Konzertgitarrist, Kammermusiker und Arrangeur.

Die drei Profimusiker sorgen mit ideenreichen Walzern, Landlern und Polkas mit Zither, Hackbrett und Gitarre für frischen Wind in der guten Volksmusikstube. Sie verweben 70 Jahre Popmusikgeschichte raffiniert und mit handwerklicher Meisterschaft zu einem berührenden und mitreißenden Klangteppich. In über 100 Konzerten hat sich das Lanzinger Trio auf Bühnen im In- und Ausland häuslich eingerichtet und sorgt mit Humor, Spielfreude und Virtuosität für ausgelassene Wohnzimmeratmosphäre. Für seine Arbeit erhielt das Lanzinger Trio jeweils einen 2. Preis im „Fraunhofer-Volksmusikwettbewerb 2015“ und der „Goldenen Zither 2013“. Und so titelt die Presse begeistert: „Man kann selbst mit einem Instrumentarium, das auf ein einziges Genre festgelegt zu sein scheint, Musik für die Gegenwart machen, für das Hier und Jetzt.“

Das Konzert wird vom Verein Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen in Zusammenarbeit mit der Firma Horst Wünsche Zitherbau organisiert und bietet einen Vorgeschmack auf den im November stattfindenden ersten Meisterkurs für Hackbrett, u.a. mit Komalé Akakpo und Jörg Lanzinger als Dozenten.

Kartenvorverkauf (9,00 Euro) bei der Firma Horst Wünsche Zitherbau (Tel.: 037422 3161) und am Studiengang Musikinstrumentenbau der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Markneukirchen (Tel.: 037422 2094) 

Meisterkurs mit Prof. Tobias Pelkner und Gernot Friedrich

(cs) – In der Reihe Markneukirchener Meisterkurse für Holzblasinstrumente kann ein neuer Dozent begrüßt werden. Zum ersten Mal wird vom 7. bis 11. März 2017 Prof. Tobias Pelkner seine Erfahrungen im Fagottspiel in der Musikstadt an junge Musiker weitergeben. Er tritt dabei in die Fußstapfen seines Lehrers Prof. Klaus Thunemann, der von 2006 bis 2010 mehrfach Meisterkurse in Markneukirchen gab. Nach Wettbewerbserfolgen und Stationen als Solofagottist an großen deutschen Orchestern wie bei den Münchner Philharmonikern, im  Radiosinfonieorchester des SWR Stuttgart, an der Bayerischen Staatsoper München, der Hamburger Staatsoper und an der Semperoper Dresden, erhielt Tobias Pelkner den Ruf als Professor für Fagott zunächst an der HfM Hamburg, 2008 dann an der HfM Detmold.

Sein Unterrichtsangebot wird in Markneukirchen ergänzt durch Fagott- und Kontrafagottstunden von Gernot Friedrich. Der in Schlema im Erzgebirge geborene Schüler von Klaus Thunemann war bereits im Jahr 2013 als Dozent in der Musikstadt. Nach Stationen in Braunschweig und Düsseldorf ist er gegenwärtig Solo-Kontrafagottist des Bayerischen Staatsorchesters und seit 2011 Mitglied des Bayreuther Festspielorchesters. Außerdem ist er Lehrbeauftragter für Kontrafagott an mehreren Musikhochschulen.

Für den Meisterdoppelkurs, der durch den Verein Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen und die Firma Gebrüder Mönnig Markneukirchen organisiert wird, haben sich insgesamt 18 junge Musiker aus 8 verschiedenen Ländern beworben, darunter auch Japan, Mexiko und Taiwan. Sie alle werden neben dem Instrumentalunterricht auch Einblicke in die Herstellung ihrer Instrumente in den Markneukirchener Werkstätten erhalten.

Den Abschluss des Meisterkurses bildet ein öffentliches Abschlusskonzert der Teilnehmer am Samstag, den 11. März 2017, 19.00 Uhr im Foyer der Schuster-Villa (Gebäude der Firma Gebrüder Mönnig Markneukirchen, Pestalozzistraße). Alle Interessenten sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei.