Jubiläumskonzert zur Eröffnung

(gd) – Nach dem Erklingen der traditionellen Wettbewerbsfanfare begrüßte zunächst Bürgermeister Andreas Jacob den Präsidenten des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen für Saiteninstrumente, Prof. Julius Berger, und den Präsidenten für Blasinstrumente, Prof. Peter Damm, der extra zu diesem Jubiläum nach Markneukirchen anreiste, sowie die Vertreter der internationalen Jury und die insgesamt 75 Teilnehmer aus 29 Ländern. Weiterhin hieß er die Vertreterin aus dem Bundestag, Frau Yvonne Magwas herzlich willkommen, deren Besuch hier durchaus „als Anerkennung für diesen Wettbewerb“ zu sehen ist, und den Landtagsabgeordneten, Herrn Andreas Heinz, der die herzlichsten Grüße vom Schirmherrn dieses 50. Wettbewerbes, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, mitbrachte. Ein Glanzpunkt für unsere Stadt war wohl auch der royale Besuch Seiner Königlichen Hoheit Prinz Alexander von Sachsen. Diese namhaften Vertreter aus der Politik, die zahlreichen Gäste aus dem In- und Ausland, die weltberühmten Musiker, die als Juroren fungieren, und nicht zuletzt das große Interesse in den Kreisen der jungen Musiker aus der ganzen Welt zeugen davon, dass sich dieser Wettbewerb in Markneukirchen in den 50 Jahren im großen Reigen der internationalen musikalischen Wettstreite schon längst etabliert hat.

Mit einer Hommage an unsere Musikstadt, an das Zentrum des deutschen Orchesterinstrumentenbaus setzte Andreas Jacob seine kurze Ansprache fort. Durch die Aufnahme des über 300jährigen Orchesterinstrumentenbaus in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes „sind wir unserer Zielstellung, aus unserer Tradition auch die Zukunft zu sichern, einen gewichtigen Schritt näher gekommen. Und auch dieser … Wett-bewerb wirbt mit seiner Durchführung für dieses Ziel.“ Die international bekannten Professoren der Jury und die jungen Talente aus der ganzen Welt, die unseren Ort besuchen, und die Vertreter von Presse, Rundfunk und Fernsehen „sind die Multiplikatoren im weltweiten Netzwerk zur Schaffung des Bekanntheitsgrades unseres Ortes“. Es habe sich auch durch den Instrumentalwettbewerb in unserer Stadt vieles zum Positiven entwickelt, „darauf können wir stolz sein, aber es muss uns auch Verpflichtung bleiben“.

In einem kurzen Rückblick ließ er noch einmal die Anfänge dieses Wettbewerbes Revue passieren und bedankte sich bei Herrn Gerd Stöhr, der in den ersten Jahren für die Durch-führung des Wettbewerbes verantwortlich war, bei Frau Gudrun Schmidt, die diese Arbeit dann über viele Jahren fortsetzte, und bei G.A. Meinl, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass dieser Wettbewerb nach der politischen Wende nicht wie vieles andere auch „den Bach hinunter ging“. Vieles habe sich seit dem verändert, „aber eins hat sich nicht geändert und soll sich auch nicht ändern – es sind faire musikalische Wettkämpfe mit tollen musikalischen Erlebnissen“!

Das eines Jubiläumskonzertes würdige musikalische Programm wurde dann von unserem Sinfonieorchester Markneukirchen unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Matthias Spindler mit der Ouvertüre zur Oper „Die diebische Elster“ von Gioachino Rossini (1792-1868) eröffnet. Ein Werk, das höchste Ansprüche an das Orchester stellt, das diesen auch – nach anfänglichen kleinen Schwierigkeiten –  vor allem in der dynamischen Gestaltung und im Wechselspiel zwischen den einzelnen Instrumentengruppen gerecht wurde. Ein ansprechend interpretierter „Ohrwurm“, der das zahlreiche Publikum sofort in seinen Bann zog.

Mit großer Spannung wurde die Premiere der Suite für Orchester (2. Fassung) vom Zwickauer Komponisten Jürgen Golle (*1942) erwartet. Was wird das für Musik sein, wird es recht „modern“ klingen, kann man sie vor einem doch recht konservativen Publikum spielen …?! Diese Zweifel wurden mit den ersten Takten dieses Werkes aber sofort entkräftet. Es erklang eine sehr ansprechende, wohldurchdachte, abwechslungsreiche Musik, die trotz der neu-zeitlichen Kompositionsmethoden die Zuhörer erreichte und begeisterte, nicht zuletzt auch wegen der außergewöhnlich einfühlsamen und ausgewogenen Interpretation durch das Orchester. Vor allem der 2. Satz „Air“ berührte nicht nur die Ohren, sondern wohl bei vielen auch die Seele!

Der musikalische Höhepunkt des Abends war wohl die Sinfonia Concertante B-Dur op. 84 von Joseph Haydn (1732-1809) mit 4 Preisträgern vergangener Jahre – Prof. Susanna Yoko Henkel (Violine), Brigitte Horlitz (Oboe), Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt (Violoncello) und Philipp Zeller (Fagott). Das Engagement dieser ehemaligen Preisträger ist nicht nur eine Reminiszens an vergangene Jahre, sondern zeigt auch in dem Werdegang dieser jungen Musiker den Stellenwert des Markneukirchner Wettbewerbes in der Musikwelt.

Und was diese vier jungen Solisten dann gemeinsam mit dem Orchester boten, war sehens- bzw. hörenswert. Mit einer bewundernswerten Leichtigkeit und Musikalität „zelebrierten“ sie die musikalischen Dialoge, einfühlsam unterstützt vom Orchester, und übertrugen mit einem Selbstverständnis die helle, freundliche Stimmung des sehr virtuos gehaltenen Werkes eines kompositions- und lebenserfahrenen Haydns auf die begeistert mitgehenden Zuhörer. Langanhaltender Beifall mit standing ovations war der Dank des Publikums für diesen musikalischen Leckerbissen.

Der festliche Abend wurde beendet mit einer beeindruckenden Darbietung der L‘ Arlésienne–Suite Nr. 1 und Nr. 2, letzter Satz von Georges Bizet (1838-1875). Man spürte, dieses Werk war den Musikern des Orchesters schon vertrauter, und so folgten sie mit viel Musizierfreude und Leidenschaft dem souveränen Dirigat des Orchesterleiters, so dass das Publikum mit langanhaltendem Beifall eine Zugabe forderte, die aber leider nicht erfüllt werden konnte.

Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Jubiläumskonzert vorbereitet und durchgeführt haben!

 

Blaskonzert

Ein großer, bunter musikalischer Strauß zum 50.

 (gd) – Das Blasorchester Markneukirchen und der große Chor des städtischen Gymnasiums haben sich zusammengetan, um anlässlich dieses Jubiläums dem Internationalen Instrumentalwettbewerb musikalische Grüße zu überbringen. Auch wenn die einzelnen „Blumen“ dieses Straußes bunter Melodien aus den verschiedensten Zeiten stammen, so wirkten sie doch nicht alt, verwelkt oder eingestaubt, sondern im Gegenteil, ihnen wurde durch interessante Bearbeitungen, Arrangements und erfrischende Interpretationen neue Farbe verliehen, so dass mit  diesem „Geburtstagsständchen“ so richtig Stimmung aufkam.

Unter dem Motto „Eine musikalische Zeitreise“ haben die „Blumenbinder“ Dr. Enrico Weller (Dirigent und Choreinstudierung) und Michael Straube (Choreinstudierung) aus den verschiedensten musikalischen Epochen Bekanntes und weniger Bekanntes herausgesucht und zu einem interessanten, abwechslungsreichen Programm zusammengestellt. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Vom Volkslied über Kantate, Oratorium und Sinfonie bis hin zum Musical und Schlager reichte die Palette der musikalischen Beiträge. Es war ein sehr schönes und anspruchsvolles Programm, das vom Blasorchester und Chor viel Konzentration, Kondition und musikalisches Einfühlungsvermögen abverlangte!

Mit der festlichen Fanfare der Vogtländischen Musiktage von Gerhard Paul wurde die musikalische Geburtstagsfeier vor gut gefülltem Hause eröffnet. Dann folgte bereits das erste Schmankerl mit „O fortuna“ aus dem bekannten szenischen Oratorium „Carmina burana“ von Carl Orff. Chor und Orchester hatten es aber nicht nötig, das Glück anzurufen, denn sie bewältigten diesen kraftvollen, ja man kann schon fast sagen bombastischen Eingangschor mit Bravour. Chor- und Orchesterklang schienen mir gut ausgewogen. Neben diesem „O Fortuna“ war das zweite Beispiel für die erste Station der Zeitreise, das Mittel-alter, der V. Satz aus der Symphonie No.1 „The Lord of the Rings“, Hobbits“, von Jan de Meij, das zwar auch nicht im Mittelalter komponiert wurde, doch inhaltlichen Bezug zu dieser Zeit aufweist. Ein interessantes Arrangement – auch mit der Chorstrophe auf Vokalismen –  doch vielleicht etwas zu langatmig!

Im Barock wurden natürlich die beiden großen Meister J. S. Bach und G. F. Händel bemüht – vom ersteren der Chor „Wachet auf! Ruft uns die Stimme“ aus der gleichnamigen Kantate und als nächstes aus Händels „Messias“ das große „Amen“ mit einer souverän dargebotenen Soloeinlage von Corinna Stengel (Klarinette) und Jochen Krebs (Flöte). Beides wurde mit bemerkenswerter Ausdruckskraft dargeboten und war so richtig zum Genießen!

Aus der Klassik kam selbstverständlich Herr Beethoven an die Reihe mit dem wohl inhaltlich typischsten Werk dieser Epoche, mit „An die Freude“, einem sehr interessanten Arrangement (Albert Loritz) aus dem Finale der IX. Sinfonie op. 125. Eine begeisternde, überzeugende Interpretation beider Klangkörper, die so richtig „Gänsehautfeeling“ auslöste!

Ein typisches Merkmal der Romantik ist wohl das Aufleben des alten deutschen Volksliedes – und so hörte man gleich zwei wunderschöne Lieder: „Wahre Freundschaft“ und Variationen über „Am Brunnen vor dem Tore“. Es war einfach schön, zu sehen und zu hören, mit welcher Freude junge Menschen Volkslieder singen. Die Variationen von Roland Kreid über den „Lindenbaum“ vom Swing mit herrlichem Bigband-Sound bis hin zur Polka begeisterten wohl einen jeden.

Mit dem schmissig dargebotenen „Deutschmeister Regimentsmarsch“ wurde das Publikum dann in die Pause geschickt.

Das 20. Jahrhundert war leider von den zwei Weltkriegen maßgeblich geprägt, und so war es verständlich, dass die Musikbeiträge zu dieser Epoche sich irgendwie auf diese Ereignisse beziehen. Es erklangen der mitreißend gespielte Marsch „Unter dem Sternenbanner“ von John Philip Sousa und „Hymn to the Fallen“ aus dem Film „Der Soldat James Ryan“ – hier wäre es vielleicht eine schöne Herausforderung gewesen, dass der Chor eine selbstverfasste Strophe singt, anstatt wieder „nur“ Vokalismen.

Natürlich durfte die zweite große Siegermacht aus dem 2. Weltkrieg nicht fehlen, und so wurden auch zwei typisch russische Werke gespielt: „Abschied der Slawin“ von Wassili Agapkin und ein Medley verschiedener russischer Volkslieder „Moskauer Nächte“ von Scott Richards. Hier wurde die sprichwörtlich russische Seele von Chor und Orchester in wunderbarer Weise zum Ausdruck gebracht, auch dadurch, dass die entsprechenden Lieder in Originalsprache gesungen wurden. Auch die Instrumentalsolisten Tim Körner (Posaune), Christian Baer (Trompete) und Corinna Stengel (Klarinette) haben zum schönen Gesamteindruck dieses Medleys beigetragen.

MMM: Musik macht’s möglich, dass man heiter und beschwingt nach Hause geht, oder der Markneukirchner Musikantenmarsch von Albrecht Herrmann mit dem Chorsatz von Michael Straube und Markneukirchner Musical-Momente von Sebastian Wildgrube rundeten dieses wunderbare, sehr abwechslungsreiche Programm ab.

Mit einem Spiritual-Medley Bye bye (Bye and Bye, Amazing Grace, O Happy Day, Amen) von Luigi di Ghisallo mit dem Solisten Uwe Meinel (Trompete) verabschiedeten sich Chor und Orchester vom begeisterten Publikum.

Natürlich darf man die lockere, souveräne Moderation von Alina Berger und Tim Schmutzler nicht unerwähnt lassen, die stets die passenden Worte für die Überleitung zum nächsten Programmpunkt fanden.

Natürlich gab es noch zwei Zugaben: „We are the Champions“ von Queen/Freddy Mercury mit Tim Schmutzler an der E-Gitarre und das Lied „Land in Sicht“ aus dem letzten Musical „Kolumbus“.

Es war ein rundum gelungener Abend mit vielen musikalischen Leckerbissen, hinter dem natürlich eine ganze Menge an Arbeit, Probenfleiß und -schweiß und Enthusiasmus steckt!! – Ein herzliches Danke an alle, die daran beteiligt waren!

 

Finale Kontrabass -Ein Triell der Giganten

Ein Triell der Giganten – Finale im Fach Kontrabass

 

(gd) – Ja, der Kontrabass ist wohl der Gigant unter den Streichinstrumenten – außer natürlich unserer Riesengeige, die diesen noch um einiges überragt – und die ersten Kontrabasskonzerte entstanden in der späten Klassik, unter anderem von Domenico Dragonetti, Johannes Sperger, Carl Ditters von Dittersdorf und Joseph Haydn. Die Auswahl an Kontrabasskonzerten ist relativ klein, weil der Kontrabass als Soloinstrument vergleichsweise leise klingt und es daher schwierig ist, Solist und Orchester aufeinander abzustimmen. Es ist Virtuosen wie Giovanni Bottesini oder Sergei Kussewizki zu verdanken, dass das Solorepertoire für Kontrabass erweitert wurde und sich auch bekannte Komponisten für den Kontrabass als Soloinstrument interessieren.

Gegenstand dieses Triells waren das Konzert Nr. 2 h-Moll von Giovanni Bottesini (1821-1889) und das Konzert fis-Moll op. 3 von Sergej A. Kussewizki (1874-1951). Beide Konzerte gehören zu den bekanntesten und schwierigsten Werken der Kontrabass-Literatur.

Als erster Finalist kam Viktor Osokin (Ukraine) auf die Bühne. Er wurde 1992 in der Ukraine geboren und begann seine musikalische Laufbahn an der Schule für Musik in Odessa von 2001 bis 2010. Seit seinem hervorragenden Abschluss studiert er nun an der Musikakademie in Odessa. Zur gleichen Zeit wurde er Mitglied im Philharmonischen Orchester Odessa sowie am Opern- und Ballett-Theater Odessa.

Er stellte sich diesem Finalkampf und der Jury mit dem Konzert Nr. 2 h-Moll von G. Bottesini (Allegro moderato – Andante – Allegro). Viktor ließ sein Instrument vor allem in  Satz 2 innig singen und im 3. fröhlich tanzen – eine wunderbare Interpretation dieses sehr anspruchs-vollen Werkes!

Der zweite im Bunde war dann Marek Romanowski, der 1990in Polen geboren wurde und seinen Abschluss an der Karol Szymanowski Musikakademie in Katowice in der Klasse von Jan Kotula mit Auszeichnung machte. Er gewann zahlreiche Preise bei Wettbewerben in Polen, Deutschland, Frankreich, der Ukraine, Russland,  Dänemark und der Tschechischen Republik. Marek Romanowski nahm Unterricht bei Lehrern wie Jadwiga Kaliszewska und Dominik Polonski. Er trat bei verschiedenen polnischen Musikfestivals auf und spielte unter anderem auch mit mehreren Orchestern wie der Silesian Philharmonie, dem Silesian Ensemble, dem Opera-Studio Lviv Orchester und der Navarra Philharmonie.

Seine Begabung wurde mit zahlreichen Stipendien gefördert, zum Beispiel durch den Präsidenten von Katowice, das polnische Ministerium für Kultur, das Polnische Ministerium für Wissenschaft und Hochschulbildung, und vom Rektor der Musikhochschule Katowice. Außerdem überreichte man Marek Romanowski den Sonderpreis des „Polish National Center of Culture“. Er spielt einen Kontrabass des polnischen Instrumentenbauers Marian Pawlik aus dem Jahr 2011.

Marek wählte für das Finale das Konzert fis-Moll op. 3 von S. Kussewizki (Allegro – Andante – Allegro). Sein Spiel war gekennzeichnet von Virtuosität  und Ausdruckstärke, doch fand er manchmal nicht die richtige Verbindung zum Orchester.

Der erst 17jährige Dominik Wagner (Österreich/Deutschland) beendete dann das Kontrabass-Finale ebenfalls mit dem Konzert fis-Moll von S. Kussewizki.  

Er wurde 1997 in Wien geboren und erhielt als Fünfjähriger den ersten Cellounterricht bei Georg Baich. 2007 wechselte er auf den Kontrabass. Von 2007 bis 2011 war er Mitglied der Wiener Sängerknaben, ab 2008 Altsolist. In Konzerten der Sängerknaben trat er auch als Cello- und Kontrabasssolist auf. Seit 2009 hat er Unterricht im Rahmen des Hochbegabtenkurses der Wiener Musikuniversität bei Prof. J. Niederhammer und Mag. Werner Fleischmann.

Neben mehreren 1. Preisen bei nationalen Jugendwettbewerben (im Bundeswettbewerb von Prima la musica) errang Dominik Wagner auch Preise der European String Teacher Association, beim Internationalen Festival Allegro Vivo, beim internationalen Wettbewerb an der Gnesin Academy Moskau (1. Preis, 2012), beim Leos Janacek Wettbewerb, Brno sowie beim Internationalen Golden Bass Wettbewerb Lemberg, Ukraine. Geehrt wurde er ebenso mit dem Preis für Streichersolisten der internationalen Sommerakademie Prag-Wien-Budapest, mit Sonderpreisen des Internationalen Osaka Wettbewerbs in Japan sowie für die beste Interpretation des modernen Pflichtstücks des J.M. Sperger Wettbewerbs.

Als Solist ist er in Europa bereits mit mehreren Orchestern aufgetreten wie z.B. mit den Young Master Players der Wiener Musikuniversität, der Polnischen Kammerphilharmonie, dem Moravian Chamber Orchestera, dem Opera Studio Orchester Lviv, der Rheinischen Philharmonie Koblenz und dem Ensemble Kontrapunkte.

Dominik hat die Zuhörer mit seinem fantastischen Spiel förmlich verzaubert! Mit großer Virtuosität, die aber niemals zum Selbstzweck ausartete, mit musikalischer Reife und Einfühlungsvermögen konzertierte er mit dem Orchester diese wunderschöne Komposition von Sergej A. Kussewizki. „Auch dieses Instrument kann tiefsinnige Poesie ebenso wie Kraft und Dynamik!“ Seine souveräne Virtuosität und kontrastreiche Gestaltung der Ecksätze und das ausdrucksstarke, beseelte und spannungsvolle Andante begeisterten die Zuhörer.

Auch Prof. Julius Berger – ein Cellist(!) –  war förmlich verzückt von diesen drei Finalisten: „Ich hab‘ mich heute Abend in das Instrument Kontrabass verliebt! … Das sind die Kräfte (die Finalisten), die die (musikalische) Welt braucht!“ Ein Lob aus hoch berufenem Munde.

Nach der üblichen Beratungspause verkündete dann der Präsident des IIW für Saiteninstrumente  die Entscheidung der hochkarätigen, internationalen Jury:

 

1. Preisträger:                                                           Dominik Wagner (Österreich/Deutschland)

2. Preisträger:                                                           Viktor Osokin (Ukraine)

3. Preisträger:                                                           Marek Romanowski (Polen)

 

Zum 50. Geburtstag des IIW Markneukirchen wurde auch eine Neuerung eingeführt – der Publikumspreis. Jeder Zuhörer der beiden Endausscheide bekam einen „Stimmzettel“ zu Beginn der Finalrunde und konnte einen Interpreten ankreuzen. Am Ende musste man den Zettel in eine abgeschlossene Wahlurne stecken. Der „Publikumsliebling“ erhält dann einen Geigen- bzw. Kontrabass-Bogen eines Bogenmachermeisters aus Markneukirchen und Umgebung nach seiner Wahl, gestiftet von der Sparkasse Vogtland.

Allen Preisträgern die herzlichsten Glückwünsche und alles Gute für ihre weitere persönliche und musikalische Entwicklung.

Preisträgerkonzert 2015

Konzert der Preisträger – ein grandioser Abschluss des Jubiläumswettbewerbes

(gd) – „… Alle Anstrengungen liegen hinter uns, in unsere Stadt zieht wieder der gewohnte Alltag ein, die Fahnen am Markt werden wieder eingezogen, und wir werden uns gerne an diesen 50. Instrumentalwettbewerb erinnern und auf die vielen Musikerlebnisse zurück schauen.“ Der Vorsitzende des Vereins Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen e.V. ließ mit diesen Worten ein wenig Wehmut aufkommen. Doch im nächsten Jahr werden wieder viele junge Menschen aus der ganzen Welt unsere Gäste sein, wenn es heißt, die besten Hornisten und Tubisten in diesem Wettbewerb zu finden. Andreas Jacob begrüßte mit herzlichen Worten den Präsidenten des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen für Saiteninstrumente, Prof. Julius Berger, und bedankte sich bei ihm für „seine nette und unkomplizierte Art, mit der er die schwierige fachliche Verantwortung für diesen Wettbewerb übernahm und das alles ohne Taktstock so harmonisch dirigierte“!

Weiterhin begrüßte er Landrat Dr. Tassilo Lenk und hob hervor, dass der Vogtlandkreis diesen Wettbewerb stets ideell und finanziell unterstützt und somit als wichtigster Förderer dieser für unsere Region so bedeutsamen Veranstaltung zu sehen ist. Mit einem Appell an die politischen Nachfolger im Landkreis und in Markneukirchen, die Verantwortung für den Fortbestand des Musikwettbewerbes zu übernehmen und die Arbeit der „guten Seelen des Wettbewerbes, Frau Carola Schlegel und Frau Josefine Grumbach, zu unterstützen, setzte Herr Jacob seine Begrüßungsrede fort. Sein herzlicher Dank galt denen, die diesen Wettbewerb finanziell unterstützten  (Kulturraum Vogtland-Zwickau, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Vogtlandkreis, Stadt Markneukirchen), den Stiftern der vielen Preise aus der einheimischen Wirtschaft und den ortsansässigen Banken, der Sparkasse Vogtland und ihrer Stiftung und den Juroren, Organisatoren, Klavierbegleitern, den Orchestern und deren Dirigenten und den vielen Helfer, die im Hintergrund für den reibungslosen Ablauf der Wettbewerbstage gesorgt haben.

Prof. Julius Berger ergriff noch einmal die Gelegenheit, sich mit eindringlichen Worten an die jungen Teilnehmer zu wenden, und, bezogen auf die Worte Kurt Masurs, der den „guten Geist“ des Markneukirchner Wettbewerbes in seinen Grußworten hervorhob, auf deren Verantwortung als Musiker zu verweisen. Auch er bedankte sich bei allen, die zum Gelingen dieses Wettbewerbes beigetragen haben. Sie alle stellten sich der Verantwortung, von der Kurt Masur spricht, „und ich denke, wir bilden hier eine Wertegemeinschaft für die Kultur, für die Musik, eine Wertegemeinschaft, die …auch bei der UNESCO mittlerweile Beachtung findet. Es geht  beim Wettbewerb … letztlich um etwas Inneres, es geht um Menschlichkeit, … es geht um die Verbindung von Herz zu Herz“.

Ja, die Tage, in denen die musikalische Welt auch in Markneukirchen zu Gast war, sind nun leider vorbei, und zum letzten Male konnte man an diesem Abend die außerordentlichen Leistungen der Preisträger auf der von Katrin Geipel vom Blumenhaus am Roten Markt geschmückten Bühne erleben und bewundern.

Viktor Osokin, 2. Preisträger im Fach Kontrabass, eröffnete das Konzert der Preisträger mit der Fantasie „La Sonnambula“ von G. Bottesini (1821-1889). In dieser Komposition konnte Viktor noch einmal seine sehr einfühlsame musikalische Gestaltung zeigen. Mit einem sehr weichen, fast zarten Ton, aber auch mit sehr kraftvollem Spiel, souverän begleitet von Frau Tomoko Takahashi, stellte er diese Fantasie über die Bellini-Oper „La Sonnambula“ vor.

Auch Shuichi Okada bewies in dem „Show-piece“ Caprice d’après l’étude en forme de valse op. 52 von Camille Saint-Saëns (1835-1921) und Eugène Ysaÿe (1858-1931) seine Virtuosität, sein außerordentliches musikalisches Talent. Ursprünglich als Etüde für Klavier von Saint-Saëns geschrieben, wurde es von Ysaÿe für Violine und Klavier transkribiert. Den schwierigen Part am Klavier übernahm Annalisa Londero, die mit dem Solisten wunderbar korrespondierte.

Den kammermusikalischen Teil des Abends setzte dann der 3. Preisträger bei den Kontrabässen, Marek Romanowski, fort. Er stellte ein etwas ausgefallenes Stück vor, die Sonata „1963“ (Slow and Peaceful, Moderate 4 – Swing, Molto Adagio, Allegro energico) von Frank Proto (*1941). Es schien dem polnischen Kontrabassisten wie auf den Leib geschrieben zu sein. Mit einer Leichtigkeit und Lockerheit bewältigte er schwierigste Passagen dieser zum Teil jazzartigen Musik und zeigte vor allem im ersten und dritten Satz seine musikalische Ausdruckstärke und Gestaltungsfähigkeit.  Einfühlsam begleitet wurde er von Frau Tomoko Takahashi. Den ersten Teil des Konzertes beendete dann Yasuka Morizono, dritte Preisträgerin im Fach Violine. Sie spielte vom polnischen Komponisten Karol Szymanowski (1882-1937) Notturno e Tarantella op. 28. Ein interessantes Musikstück, in dem sowohl impressionistische, expressionistische und Element der Folklore aus dem Mittleren Osten verwoben wurden, so dass die Solistin noch einmal ihr musikalisches Einfühlungsvermögen und gestalterische Vielfalt unter Beweis stellen konnte. Annalisa Londero  begleitete sie in souveräner, doch auch in sehr wohltuend dezenter Manier.

Ein herrliches Hörerlebnis hatte das Publikum nach der Pause. Dominik Wagner, 1. Preisträger im Fach Kontrabass, interpretierte mit wunderschöner Tongebung,  einfühlsamer Gestaltung und mit einer verblüffenden Leichtigkeit das Konzert fis-Moll op. 3 für Kontrabass von Sergej Kussewizki (1874-1951). Die souveräne Virtuosität und musikalische Reife des erst 17jährigen Solisten begeisterte das Publikum. Langanhaltender Beifall war der verdiente Lohn. Begleitet wurde er, ebenso wie der nachfolgende Solist, von der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter der souveränen und auf die Solisten herrlich eingehenden Leitung ihres Dirigenten David Marlow.

Ein weiterer Glanz- und gleichzeitig auch Schlusspunkt in diesem Preisträgerkonzert war der Auftritt des 16jährigen Geigers Ziyu He. Er spielte das berühmte Konzert für Violine und Orchester d-Moll op.47 von Jean Sibelius (1865-1957). Mit leidenschaftlicher Musikalität, wunderbarer Tongebung und Souveränität meisterte der junge Musiker die technisch und gestalterisch anspruchsvollsten Passagen und zeigte in beeindruckender Weise, dass er ein würdiger 1. Preisträger im Fach Violine ist!

10 ereignisreiche Tage mit vielen interessanten Begegnungen, hervorragenden musikalischen Darbietungen und ein wunderschönes Abschlusskonzert, das die Vorfreude auf den 51. Internationalen Instrumentalen Wettbewerb geweckt hat, gingen zu Ende. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen wunderschönen Abend ermöglicht haben!

Wir trauern um unseren Schirmherren Kurt Masur

Der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen trauert um seinen Schirmherren Kurt Masur

Kurt Masur hat stets Zeichen gesetzt. Unvergesslich sein mutiger Aufruf zur Gewaltlosigkeit am 9. Oktober 1989 in Leipzig, seine bekenntnishaften Interpretationen der großen Literatur wie Beethovens „Neunter“ oder dem „Deutschen Requiem“ von Brahms, sein Einsatz für Werke des Christentums durch Aufträge an die große Komponistin Sofia Gubaidulina.

Dieser große Mensch und Künstler hat zeit seines Lebens die kulturellen Bemühungen in Markneukirchen kraftvoll unterstützt. Im Jahr 1985 dirigierte Kurt Masur das mit Instrumentenbauern und Laien besetzte Sinfonieorchester in Markneukirchen. Im Jahr 2005 übernahm er die Schirmherrschaft des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen. Zum 50-jährigen Jubiläum im Mai dieses Jahres schrieb uns Kurt Masur zum letzten Mal: „Liebe Freunde, ich bedaure, dass ich bei den Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen nicht mit Ihnen sein kann. Meine Erlebnisse in Markneukirchen sind für mich unvergesslich...“ Kurt Masur ging in diesem Grußwort auch auf die Rolle des Musikers ein, auf den „schönsten Beruf“ wie er schreibt: „wir … sollten uns unserer Verantwortung ... immer gewärtig sein“. Ohne Zweifel hat uns Kurt Masur diese Maxime vorgelebt. Markneukirchen ist dafür eines der schönsten Beispiele. Kurt Masur spürte Verantwortung für Markneukirchen und er erfüllte diese mit Leben, welch ein Geschenk! Sein letzter Satz an uns: „Ich bewundere, dass der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen diese 50 Jahre so unbeschadet überstanden hat und wünsche ihm ewiges Leben!“ - Kurt Masur ist nicht mehr am Leben, aber sein Geist bleibt. Der Geist seiner Worte ist uns Vermächtnis. Wir werden in seinem Geist weiterwirken und verneigen uns dankbar vor dem großen Künstler, Humanisten und Menschen Kurt Masur. 

 

Prof. Julius Berger          Prof. Peter Damm          Andreas Rubner              Carola Schlegel
Präsident des                 Präsident des                Vorsitzender des             Leiterin
Wettbewerbes für           Wettbewerbes für          Vereins und                    Organisationsbüro
Saiteninstrumente           Blasinstrumente            Bürgermeister