46. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2011
Das Sinfonieorchester Markneukirchen wagt sich an Großes heran
(gd) – Am Sontag, dem 08. Mai 2011 fand in der Musikhalle das traditionelle Sinfoniekonzert zu den Musiktagen statt, in dem unser Orchester, das Sinfonieorchester Markneukirchen, wieder seine gewachsene Qualität unter Beweis stellen konnte. Und es war auch bewundernswert, welch musikalisches Niveau unser Klangkörper im ersten Teil des Programms gezeigt hat! Mit der Ouvertüre zu „Der Freischütz“ von Carl Maria Weber (1786-1826), einem wohl recht anspruchsvollen Orchesterwerk, wurde der Konzertabend eröffnet. Und was da das Sinfonieorchester unter der wieder sehr souveränen und straffen Leitung seines Dirigenten Matthias Spindler geboten hat, war einfach Spitze! Mit wunderbarer Dynamik, Intonation und Homogenität wurden hier verschiedene, in der Ouvertüre aufge-griffenen Szenen der romantischen Oper gestaltet und nachempfunden.
Der musikalische Höhepunkt des Abends war dann ohne Zweifel der Auftritt der sehr sympathischen Flötistin Christina Fassbender aus Berlin, die mit ihrem virtuosen, aber auch sehr ausdrucksvollen Spiel die Zuhörer in ihren Bann zog. Vor allem die Leichtigkeit in ihrem Spiel und die wunderbare Tongebung bei ihrer Interpretation des Konzertes für Flöte und Orchester G-Dur KV 313 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) beeindruckten. Ihre musikalische Karriere begann 1998 als Preisträgerin beim Internationalen Instru-mentalwettbewerb Markneukirchen, sie ist jetzt Soloflötistin im Orchester der Komischen Oper Berlin, hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin sowie an der Musikhochschule Lübeck und hat auch als Solistin in vielen Ländern der Welt bereits große Erfolge gefeiert. Auch hier in der Musikhalle Markneukirchen begeisterte sie das Publikum; aber auch unser Orchester konnte sich nach anfänglichen leichten Temposchwierigkeiten steigern und wurde auch dank der sehr einfühlsamen Stabführung durch den Dirigenten zu einem wahren Concert-Partner. Vor allem im 2. und 3. Satz entwickelte sich eine wunderbare Harmonie zwischen Solistin und Orchester. Frau Fassbender machte die Arbeit mit unserem Orchester merklich großen Spaß, was sie in einem kurzen Gespräch auch noch einmal als „unglaublich herzliche und schöne Atmosphäre“ hervorhob. Sie hat auch die Gelegenheit genutzt, um Land, Leute und die „wunderschöne Gegend“ kennenzulernen, wozu sie damals während des Wettbewerbes nicht kam, und ist mit ihrem kleinen Baby spazieren gegangen.
In der Pause rief mir dann ein Orchestermitglied zu: „Jetzt wird’s ernst!“ Doch dieses „ernst“ bezog sich weniger auf die inhaltliche Seite der Musik im zweiten Teil des Abends, obwohl das auch zutraf, als vielmehr auf die musikalischen Anforderungen an das Orchester. Mit der Ouvertüre zu „Die Zauberharfe“ und der Sinfonie Nr.4 c-moll D 417 „Tragische“ (1816) beides von Franz Schubert (1797-1827) wagte sich das Orchester an Musik heran, die wohl an die Grenzen eines Laienorchesters stößt. Vor allem in der „Tragischen Sinfonie“, die ein „Werk voll unterschiedlichster Stimmungen und Charaktere“ ist, zeigte sich leider an besonders schwierigen Passagen, dass die Musiker spieltechnisch leicht überfordert waren! Und so rief das vielleicht auch bei den Zuhörern die „unterschiedlichsten Stimmungen“ hervor!
Alles in allem war es ein ganz schönes Mammut-Programm, und hier wäre wohl die bekannte Weisheit „weniger ist manchmal mehr“ angebracht gewesen; dennoch war es ein schönes Konzert, ein Höhepunkt im Rahmenprogramm der Musiktage! Nur schade, dass wieder nur wenige Zuhörer den Weg in die Musikhalle gefunden hatten!
Da soll Markneukirchen als Musikstadt in der Welt bekannter werden, den etwas anrüchigen Ruf eines Provinznestes verlieren, die Stadt engagiert gleich für zwei Konzerte Weltstars und ein exzellentes Orchester, die sonst in ganz anderen Gefilden musizieren – und bei vielen Bürgern unserer Stadt, von denen man es eigentlich erwarten müsste, ist keine Resonanz zu spüren. Alle sollten sich hierbei in Verantwortung wissen, denn das geringe Interesse an den Veranstaltungen schadet der Zukunft des Internationalen Instrumentalwettbewerbes! Ich bedaure, dass ich so deutliche Worte schreiben muss.
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