Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen

PRESSEMITTEILUNGEN

„In Markneukirchen steckt was drin …!“
Nachlese zum Neujahrskonzert mit dem Sinfonieorchester

(gd) – „Wenn einer eine Reise tut, …“war das Motto des diesjährigen Neujahrskonzertes. In diesem Falle war es größtenteils eine gedankliche Reise durch Europa, von der das Sinfonieorchester Markneukirchen eine Vielzahl musikalischer Eindrücke „mit nach Hause brachte“ und den sehr zahlreichen, erwartungsfreudigen Zuhörern präsentieren konnte. Es war aber nicht nur ein auditives Erlebnis, sondern auch für das Auge wurde einiges geboten. Zum einen setzte Katrin Geipel vom Blumenhaus Am Roten Markt mit ihrem bunten Blumenschmuck dem draußen vorherrschenden monotonen Grau und Weiß farbige Kontraste entgegen – dafür ein herzliches Dankeschön – und zum anderen wurden die musikalischen Beiträge aus den verschiedenen europäischen Ländern mit wunderschönen Fotoprojektionen im sprichwörtlichen Sinne untermalt. Darüber hinaus konnte man in der Pause viele Bilder von der Norwegenreise des Orchesters im vergangenen Jahr betrachten und somit in etwa nachvollziehen, was Frank Rubner in einem kurzen Interview dem Publikum vorgeschwärmt hatte! In der Pause gab es natürlich auch wieder ein Gläschen Sekt, Saft oder Wasser, um gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen.
Und so kann man jetzt schon feststellen, dass die Organisatoren dieses traditionellen Neujahrskonzertes, die Vereine Internationaler Instrumentalwettbewerb e.V. und Stadtorchester Markneukirchen e.V. und natürlich das gesamte Sinfonieorchester unter der souveränen und einfühlsamen Leitung seines Dirigenten Matthias Spindler große Arbeit geleistet haben, um dieses Konzert wieder zu einem Glanzpunkt im musikalischen Leben unserer Stadt werden zu lassen.
Es war ein buntes, abwechslungsreiches Programm, das sich in keinster Weise hinter den berühmten Neujahrskonzerten der Wiener Symphoniker verstecken muss! Obwohl sich mit-unter bei manchem Orchestermusiker der kleine Fehlerteufel einschlich, weil man aufgeregt war, sich zu sehr auf die Noten und zu wenig auf den Dirigenten konzentrierte oder weil man eben einfach „nur“ ein Laie ist, so konnten doch die Zuhörer ein Musizieren auf sehr hohem Niveau erleben. Das Orchester steigerte sich von Stück zu Stück, und man war immer wieder erstaunt, mit welcher Perfektion die Amateurmusiker schwierigste Passagen bewältigten, einfühlsam den Solisten des Abends begleiteten oder auch den gestalterischen Ansprüchen der jeweiligen Musik gerecht wurden. Ein sehr anspruchsvolles und umfangreiches Programm, das hier vom Orchester und seinem Dirigenten mit viel Fleiß erarbeitet und zur Freude aller Konzertbesucher dargeboten wurde!
Es ist schwer, aus diesem großen Angebot an wunderschöner Musik bestimmte Highlights hervorzuheben. Die „Klassiker“ eines Neujahrkonzertes, wie z.B. „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß oder Brahms‘ „Ungarischer Tanz“ Nr.1, bekannte und beliebte Ausschnitte aus den Opern „Carmen“ und „Faust“, aus dem Ballett „Der Nussknacker“, der Operette „Der Zigeunerbaron“ und aus den Musicals „Kiss Me Kate“ und „Der Fiedler auf dem Dach“ oder instrumentale „Ohrwürmer“ wie „Grande Valse Brilliante“ von Chopin, „Valse triste“ von J. Sibelius, die „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite von E. Grieg oder vom englischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) „Pomp and Circumstance“ mit der inoffiziellen englischen Hymne „Land Of Hope And Glory“ begeisterten gleichermaßen das Publikum.
Und dennoch möchte ich zwei Dinge hervorheben: Zum einen die beeindruckende „Ballade vom Aufstand“ (Kjempeviseslåtten), von Harald Sigurd Johan Sæverud (1897-1992) – das Markneukirchner Sinfonieorchester hatte die große Ehre, dieses Nationalepos, eine Musik voller Spannung und Emotionen, zum Nationalfeiertag in Norwegen mitzuspielen – und zum anderen den charmanten Gesangssolisten des Abends, den gebürtigen Wiener Rudolf Kostas, der als Bariton auf Europas Opernbühnen z.B. Mozarts Figaro, Verdis Rigoletto oder Wagners Hans Sachs verkörperte, zuerst an der Wiener Kammeroper, danach an der Wiener Staatsoper, in Linz, Freiburg, Ulm und Schwerin engagiert war. Seit dem Jahr 2000 ist er freischaffend tätig und präsentiert seinem Publikum ein Kaleidoskop von bekannten Melodien und musikalischen Kostbarkeiten. Mit kraftvoller, ausdrucksstarker Stimme und gestalterischem Können interpretierte er die unterschiedlichsten Szenen und überraschte das Publikum am Schluss mit einer 4. Strophe zu „Schlag nach bei Shakespeare“, in der er den Zuhörern zu verstehen gab, „…in Markneukirchen steckt was drin“. Und das konnte man an diesem Abend sehen und hören!!
Natürlich darf auch die wie stets sehr sachkundige und amüsante Conference von Frau Bettina Weigelt nicht unerwähnt bleiben. Wenn man so viel zu erzählen hat über die Musik und ihre Hintergründe, dann fällt es sicherlich schwer, sich nur auf wenige Dinge zu beschränken! An diesem Abend wäre es aber vielleicht angebracht gewesen.
Doch trotz des umfangreichen Programms war es ein wunderbarer Abend, und ich kann es nur immer wieder betonen, wir können als Markneukirchner glücklich und stolz sein, ein solch Klasseorchester in unseren Mauern zu haben!