Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen

PRESSEMITTEILUNGEN

46. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2011
Nacht der Museen

Samstagnacht waren alle Katzen in Markneukirchen grau und in den drei Museen brannte noch Licht. Zum dritten Mal erlebte die vergleichsweise kleine Musikstadt, was in Metropolen wie Berlin, Leipzig, Chemnitz oder Dresden in schöner Regelmäßigkeit zum kulturellen Alltag gehört: eine Nacht der offenen Museen. Im Jahre 2008 wurde dies im Rahmen des Internationalen Instrumentalwettbewerbes von der Framus-Ausstellung kurz nach ihrer Eröffnung schon versuchsweise praktiziert. Weil der reflektierte Besucherzuspruch optimistisch stimmte, schlossen sich auch Hüttels Musikwerke-Ausstellung und das Musikinstrumentenmuseum der Kulturoffensive an.

Der Andrang in den drei Einrichtungen war nicht riesengroß, aber darauf kommt es letztlich gar nicht. Wichtiger dagegen, dass die rund 200 Besucher, die von einem zum anderen Haus pendelten, mit zufriedenen Gesichtern gegen Mitternacht ins Bett gingen – nach einem lehrreichen und unterhaltsamen Abend. So führten beispielsweise Bärbel und Wolfgang Hüttel die Gäste durch ihre über viele Jahre mühevoll aufgebaute und liebevoll gepflegte Musikwerke-Ausstellung. Sie birgt so viele kulturhistorisch wertvolle Kleinode neben Kuriositäten, zu denen das Ehepaar auf unnachahmliche Weise und mit erfrischender Erzähllust jede Menge Schnurren und Episoden zu erzählen wussten. Etwa zum Musikautomaten aus dem Jahre 1897, der in ein Fass eingebaut ist und von der Figur des Biergottes Gambrinus gekrönt wird. Oder zum 110 Jahre alten Edison Home Phonographen aus den USA. Oder zur äußerst raren Flötenuhr aus dem Jahr 1838, die einst im Rittergut Wohlhausen stand und wieder restauriert wurde.

Ähnlich locker ging es auch im historischen Sägewerk und im Musikinstrumentenmuseum zu. Katja Neubert und Bianka Harbig zum Beispiel verblüfften die Besucher bei ihren Führungen mit einer musikalischen Einlage auf der Drehorgel. Und wer hätte wohl gedacht, dass das Musikinstrumentenmuseum stolz darauf sein kann, in seiner umfangreichen und an sich schon faszinierenden Sammlung das weltweit einzig noch existierende und einzigartige Clavicord zu besitzen – erbaut um 1750 in der Werkstatt von Gottfried Silbermann. Musik wurde im Museum und im Gerber-Hans-Haus aber nicht nur gezeigt, sondern auch gespielt. Für ihren Auftritt bekam „Sole vita“, eine Nachwuchsband des Gymnasiums, viel Beifall.

Auch in der Framus-Ausstellung wurde die Nacht zum Tag gemacht. Unglaublich, welche Raritäten, exquisite und typische Gitarren sich unter dem Dach der alten Villa befinden und die Zeugnis ablegen von der weltweit anerkannten Qualität und Begehrtheit der Framus-Instrumente. Selbst John Lennon, der Rolling Stones-Bassist Bill Wyman, Adam Clayton von U2 oder der Jazzer Charlie Mingus wussten beziehungsweise wissen das zu schätzen. Das Fazit vom Chef der Framus-Ausstellung Christian Hoyer glich im Grundton dem seiner Kollegen in den anderen Museen: „Wir sind mit der Resonanz alles in allem zufrieden.“