46. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2011
Ein würdevoller Auftakt
(gd) – Nachdem nun am 5. Mai 2011 der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen organisatorisch eröffnet wurde, erfolgte einen Tag später in der Musikhalle Markneukirchen der musikalische Einstieg in die Musiktage mit einem renommierten Klangkörper unseres Landes. Die Kammerphilharmonie Leipzig und eine der bedeutendsten Geigerinnen der Gegenwart, Frau Prof. Katrin Scholz als Solistin dieses Abends, übernahmen in diesem Jahr die Aufgabe, diesem künstlerischen Wettstreit einen würdevollen Rahmen zu verleihen.
Katrin Scholz wird wohl einigen Markneukirchnern noch gut in Erinnerung sein, denn bereits 1987 war sie 2. Preisträgerin des IIW, und zur feierlichen Einweihung der Musikhalle trat sie ebenfalls als musikalischer Gast auf. Inzwischen ist sie zu einer in der ganzen Welt anerkannten Geigerin geworden, die neben ihrer solistischen Arbeit auch als künstlerische Leiterin des Kammerorchesters Berlin und Professorin für Violine an der Hochschule für Künste in Bremen tätig ist. Es ist sehr schön, dass eine solch bedeutende Musikerin an die Stätte zurückkehrt, an der gewissermaßen ihre Karriere begann. Wie mir Frau Scholz verriet, „kommt (sie) immer sehr gerne her, (sie) mag die Atmosphäre in Markneukirchen, die Landschaft und die Leute; … (sie) kommt stets mit offenem Herzen her!“
Als Ouvertüre zu diesem Abend erklang das Divertimento (italienisch: Vergnügen) D-Dur KV 136 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Und es war wirklich ein Vergnügen und eine Freude, diesen Musikern der Kammerphilharmonie zuzuhören, mit welcher Musizierfreude, aber auch mit welch großer Exaktheit und homogenem Klang diese heitere, beschwingte Komposition interpretiert wurde.
Und bereits vor der Pause konnte das musikinteressierte Publikum – leider waren es nur ca. 220 Zuhörer – das „Sahnehäubchen“ dieses klingenden Schlemmerabends genießen, denn Katrin Scholz brillierte mit dem Violinkonzert G-Dur von Joseph Haydn (1732-1809). Bereits nach den ersten Tönen waren die Souveränität, mit der sie das Orchester anführte und mitriss, aber auch die virtuose Beherrschung ihrer Violine, zu erleben. Eine wunderbare Interpretation dieses Konzertes; ein Hochgenuss, dem intimen Dialog zwischen Solistin und Orchester und den überaus warmen, oft fast überirdischen Tönen, die sie ihrem Instrument mit unglaublicher Leichtigkeit zu entlocken vermag, zu lauschen!! Eine makellose, die Seele ansprechende, virtuose Darbietung (die Kadenz am Schluss des ersten Satzes war brillant!), die allein schon deshalb eine volle Konzerthalle verdient hätte! Der langanhaltende Applaus des Publikums war mehr als verdient und wurde sogar noch mit einer kleinen Zugabe der Solistin belohnt. Und so waren in der Pause, in der wieder ein kostenloses Getränk gereicht wurde, unter den Gästen auch nur Stimmen des Lobes und der Begeisterung zu hören.
Das Konzert wurde dann fortgesetzt mit dem Notturno H-Dur op.40 für Streichorchester von Antonín Dvořák (1841-1904). Dieses war ursprünglich das „Andante religioso“ im Streichquartett e-Moll, einem der herausforderndsten und originellsten der frühen Werke des Komponisten, das mit einer großen Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten das ganze musikalische Empfinden und Können der Musiker dieses Streichorchesters entfalten ließ.
Mit der Streicherserenade in E-Dur op. 22 vom gleichen Komponisten wurde dann der wunderbare Konzertabend beendet. Dvořáks sensible und lebensfrohe Streicherserenade ist das Produkt einer Zeit, in welcher der Komponist hart um seine künstlerische und wirtschaftliche Selbstständigkeit kämpfte. Auch hier konnte man noch einmal die Musikalität, das musikalische Einfühlungsvermögen der Musiker erleben, die förmlich mit ihren Instrumenten eine interessante und mitreißende Geschichte erzählten und wohl voll den musikalischen Nerv der meisten Zuhörer traf – der langanhaltende Applaus war Zeugnis dafür! Ein schöner Abend ging zu Ende, der den Musikfreund reich beschenkte und wohl lange noch in ihm nachklingen wird.
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