46. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2011
Kammerkonzert mit Sergio Azzolini (Fagott) und Diego Cantalupi (Theorbe)
Am Sonnabend fand im Rahmen des Internationalen Instrumentalwettbewerbes ein in mehrerlei Hinsicht bemerkenswertes Konzert statt. Mit Sergio Azzolini (Fagott) und Diego Cantalupi (Theorbe) traten zwei Instrumentalisten zusammen auf, was in dieser Konstellation sicher nicht alle Tage zu erleben ist. Fagott und Laute – jedes für sich ein intimes Instrument, das vom Klang her kein anderes neben sich duldet – verschmolzen dank der beiden herausragenden Solisten zu einem harmonischen Paar. Sowohl durch das unmittelbare Zusammenspiel als auch die solistischen Passagen, bei denen das Fagott der Laute begleitend zur Seite stand und umgekehrt, entwarfen Sergio Azzolini und Diego Cantalupi reizvolle Klangbilder. Sie spielten Werke für Fagott und Basso Continuo: „Ricercata Seconda“ von Diego Ortiz, die Sonata sopra „La Monica“ (Philipp Friedrich Böddecker), „Bergamasca“ (Giovanni Girolamo Kapsberger), die Sonata C-Dur (Johann Friedrich Fasch), die Sonatina c-Moll (Georg Philipp Telemann), die Sonata (Giovanni Zamboni), die Sonata a-Moll (Giuseppe Tartini) und Opernarien von Wolfgang Amadeus Mozart, bearbeitet von Franz Danzi.
Einen zusätzlichen besonderen Charakter bekam das Konzert dadurch: Es fand im ehemaligen Postamt von Markneukirchen statt. Wer vermutet hatte, dass wegen der eigentlich zweckfremden Räumlichkeiten die Akustik leiden könnte, sah sich gründlich getäuscht. Durch den rustikalen Charme bekam das Konzert eine Note, die in keiner Partitur vermerkt ist. Das empfanden und genossen nicht nur die Besucher – auch Sergio Azzolini drückte seine Bewunderung über den ungewöhnlichen Konzertsaal aus.
Das ehemalige Postamt ist seit einigen Jahren geschlossen und fristet ein unbeachtetes Dasein. Das soll sich jetzt ändern, wofür das Konzert mit Sergio Azzolini und Diego Cantalupi ein musikalisch erster öffentlicher Schritt war. Aufgrund der seit Jahren zunehmenden Resonanz auf die in Markneukirchen durchgeführten Meisterkurse und gleichzeitig nicht mehr ausreichender räumlicher Kapazitäten, soll in dem Gebäude aus Kaisers Zeiten ein Internationales Musikbegegnungszentrum geschaffen werden, das von einer noch zu gründenden Stiftung mit Leben gefüllt wird. Geplant ist es, dass künftig alles aus einer Hand kommen soll – von der Organisation der Meisterkurse bis hin zur Bewirtschaftung des Gebäudes. Das ist eine ehrgeizige und nicht zukunftsferne Vision, die nach ihrer Realisierung die Einzigartigkeit von Markneukirchen als Musikstadt manifestiert.
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