46. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2011
Die Preisträger im Fach Kontrabass stehen fest
(gd) – Nachdem sich nach drei anstrengenden Auswahlprüfungen mit sehr anspruchsvollen Pflichtstücken von den 51 Teilnehmern aus 17 Ländern die besten 4 Kontrabassisten durchgesetzt hatten, fand am 12. Mai 2011 in der Musikhalle Markneukirchen das Finale des 46. Internationalen Instrumentalwettbewerbes im Fach Kontrabass statt.
Vor einer sehr hochkarätigen Jury unter dem Vorsitz von Frau Prof. Barbara Sanderling, eine international anerkannte Musikerin und Dozentin für Kontrabass, mussten die jungen Musiker ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, mit einem Orchester zu musizieren. An der Seite der Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach unter der Leitung ihres Dirigenten Jiří Malát spielten alle 4 Finalisten das Concerto Nr. 2 (h-Moll) von Giovanni Bottesini (1821-1889), einem italienischen Dirigenten und Komponisten, der auch zu den führenden Kontrabassisten seiner Zeit zählte und übrigens auch die Uraufführung der berühmten Oper „Aida“ 1871 in Kairo dirigierte. Man soll über ihn gesagt haben, wenn er Kontrabass spiele, höre man 100 Nachtigallen singen!
Dieses h-Moll-Konzert ist ein sehr anspruchsvolles Werk, das in den drei Sätzen (Allegro moderato - Andante - Finale) von den Solisten alles abverlangt, hier müssen die Solisten alle Register ihrer technischen und ausdrucksmäßigen Fähigkeiten ziehen!
Die Moderation durch dieses Finale übernahm wieder in bekannt lockerer und informativer Weise der Radiomoderator, Journalist und Buchautor Dieter David Scholz.
Als erster Kandidat wurde Minjea Soung aufgerufen. Er wurde 1990 in Südkorea geboren und erhielt zunächst auch dort in Seoul an der Kore National University of Arts seine musikalische Ausbildung. Gegenwärtig studiert er an der Hochschule für Musik und Theater in München. Minjea Soung gewann u.a. einen 1. Preis beim Sergey-Koussevitzky-Kontrabasswettbewerb in Russland und einen 1. Preis beim Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb.
Er spielte mit ganzer Seele und streichelte förmlich sein Instrument. Mit großer Ausdrucksstärke und Souveränität meisterte er an der Seite des sehr einfühlsam und dezent begleitenden Orchesters seinen Solopart.
Als nächstes musste dann Filip Waldmann zu seinem Vorspiel auf die Bühne. Er wurde 1987 in der Tschechischen Republik geboren und bekam mit 6 Jahren erstmals Geigenunterricht. Mit 12 Jahren lernte er dann bei seinem Vater, der Kontrabassist in der Tschechischen Philharmonie war, dieses größte Streichinstrument zu spielen. 2007 trat er in die Klasse von Anton Schachenhofer an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz ein. Er nahm bereits an verschiedenen Wettbewerben teil – u.a. 1. Preis des Internationalen Simadl Kontrabasswettbewerbs in Blatná - und wurde in das Gustav-Mahler-Jugendorchester aufgenommen. Seit 2009 spielt er an der Wiener Staatsoper.
Seine Interpretation dieses Konzertes war nun völlig anders, aber auch er beherrschte die schwierigsten Passagen und konnte mit seinem exakten und im 2. Satz sehr ausdruckstarken Spiel überzeugen.
Der dritte im Bunde war dann Wies de Boevé. Er wurde 1987 in Belgien geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung an der Herbert von Karajan-Akademie der Berliner Symphoniker bei Prof. Janne Saksala, an der der Specialised Master Solist Hochschule für Musik Luzern bei Prof. Bozo Paradzik, an der Züricher Hochschule der Künste bei Prof. Duncan Mc Tier, Prof. Roel Dieltiens, Prof. Harald Friedrich und Prof. David Sinclair. De Boevé errang bereits mehrere nationale und internationale Preise, wie z.B. den 1. Preis im internationalen Solowettbewerb Bass 2010, einen 1. Preis im Internationalen Wettbewerb Glasgow, Scottish Basses oder einen 2. Preis im Internationalen Wettbewerb Bass 2008. Er lebt zurzeit in Berlin.
Sein Spiel war energischer, bestimmter und von starken Emotionen gekennzeichnet.
Den Abschluss dieses Finales im Fach Kontrabass bildete Jakub Fortuna. Er wurde 1987 in Polen geboren und studiert gegenwärtig an der Hochschule für Musik in Nürnberg bei Prof. Dorin Marc. Auch er hat bereits einige Wettbewerbserfahrungen gesammelt, so als Semifinalist beim ARD-Musikwettbewerb und als 3. Preisträger des VI. Internationalen Sperger-Wettbewerbes. Seit diesem Jahr ist er Mitglied der Bamberger Symphoniker.
Jakub Fortuna gelang es in seinem Spiel, die unterschiedlichsten Ausdrucksvarianten – von sehr energischem bis sehr verträumten, innigen Spiel – miteinander zu verbinden und überzeugte darüber hinaus mit einer technisch perfekten Beherrschung seines Instrumentes.
Dann zog sich die Jury zur Beratung zurück. Es dauerte lange, bevor der Präsident des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen für Saiteninstrumente, Prof. Julius Berger, die Entscheidung der Juroren, die ihnen sicherlich nicht leicht gefallen ist, verkündete. Und das zeigt doch, wie dicht die Leistungen der vier Finalisten zusammen lagen, wie schwer es den Juroren Prof. Jeffrey Bradetich und Dr. Paul Erhard (USA), Prof. Michinori Bunya (Japan), Prof. Miloslav Gajdos (Tschechische Republik) Prof. Frithjof-Martin Grabner und Prof. Dorin Marc (Deutschland), Prof. Petru Iuga (Rumänien) und Prof. Thomas Martin (Großbritannien) fiel, ein gerechtes Urteil zu finden.
Bevor Prof. Julius Berger nun die Preisträger bekanntgab, hob er noch einmal hervor, dass dieser 46. Instrumentalwettbewerb „auf allerhöchstem Niveau“ stattfand; alle Teilnehmer „sind herausragend gut“!
Und hier nun die Preisträger:
1. Preis: Jakub Fortuna (Polen)
3. Preis: Minjea Soung (Südkorea)
3. Preis: Wies de Boevé (Belgien)
4. Platz: Filip Waldmann (Tschechische Republik)
Die vier Finalisten kann man noch einmal im Preisträgerkonzert am Samstag, dem 14. Mai 2011 in der Musikhalle erleben.
Allen Kandidaten dieses Wettbewerbes alles Gute und viel Glück und Erfolg auf ihren musikalischen Wegen. Mögen sie von diesem Wettbewerb und aus unserer Musikstadt Markneukirchen Eindrücke und Erfahrungen mitnehmen, die ihr Leben und künstlerisches Wirken bereichern!

von links nach rechts: Jakub Fortuna, Minjea Soung, Wies de Boevé, Filip Waldmann
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