46. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2011
… 8 – 9 – 1 0 – Klasse!
Konzert mit dem Blasorchester Markneukirchen und dem Chor des Gymnasiums
(gd) – Ja, das war einfach Klasse, was da vom Chor des Gymnasiums und vom Blasorchester Markneukirchen geboten wurde! Unter der souveränen Leitung von Dr. Enrico Weller musizierten beide Klangkörper Bekanntes aus klassischen und modernen Bühnenwerken und konnten das zahlreiche Publikum immer wieder aufs Neue mit ihrer Musizierfreude und einer erstaunlichen Qualität begeistern. Bewundernswert waren dazu auch die physischen Leistungen der jungen Chorsänger und Gesangssolisten Marie Schmutzler, Michelle Sandner und Eric Gabel, die ihre Stimmen bei diesem umfangreichen Programm – der Chor war, mit Ausnahme von drei Programmpunkten, immer im Einsatz – wohl bis an die Grenzen des Machbaren beanspruchen mussten!
Es fällt mir schwer, aus dieser Fülle von hervorragend dargebotenen Musikstücken etwas besonders herauszuheben. Und dennoch möchte ich einige stellvertretend für alle noch einmal Revue passieren lassen.
Nach dem “Call of the Champions”, der offiziellen Musik zu den Olympischen Winterspielen 2002 von John Williams erfolgte ein bunter Querschnitt aus dem berühmten Chorwerk von Carl Orff (1895-1982) „Carmina Burana“, für Blasorchester, arrangiert von John Krance. Der stimmgewaltige Chor, der auch vor großen Tonhöhen nicht zurückschreckte, als auch die beiden Gesangssolisten, Marie Schmutzler mit ihrer klaren Stimme als auch Eric Gabel, der, obwohl er mit seiner jungen Stimme noch an Grenzen stieß, trotz vieler Tonwiederholungen in den a-capella-Abschnitten erstaunlich gut die Intonation hielt. Die Musiker des Orchesters, die einen schwierigen Part mit den vielen Taktwechseln und der wegen des Gesanges auferlegten Zurückhaltung bravourös meisterten, sollen hier auch besonders erwähnt werden. Amüsant der Einfall, im Abschnitt „In taberna quando sumus“ zwei Biergläser als Schlaginstrumente zu verwenden! An dieser Stelle sei noch besonders die Mitwirkung am Klavier von Frau Ursula Liesenberg erwähnt, die in einigen Teilen den Klang des Orchesters komplettierte.
Zur Erholung für die Chorsänger spielte dann das Blasorchester von Jacob Haan „Concerto d’amore“, das vor allem durch den Wechsel der verschiedensten Musizierstile interessant ist.
Einen weiteren Höhepunkt erlebte das Publikum mit „Viva Belcanto! – Concerto a Verona“, arrangiert von Alfred Bösendörfer, in dem verschiedene italienische Musik (Capriccio italiano, Gefangenenchor aus „Nabucco“, Triumphmarsch aus „Aida“, Trinklied aus „La Traviata“ und „Funiculi, Funicula“, ein italienisches Lied) zu einem Medley vermischt wurde. Eine sehr kurzweiliges Arrangement, in dem diesmal Michelle Sandner als Solistin mit ihrer wunderbar tragenden Stimme überzeugte.
In der Pause konnte man nur zufriedene Gesichter sehen und begeisterte Stimmen hören, und so manch ein mitwirkender Schüler oder die Eltern eines solchen liefen mit stolzgeschwellter Brust (und das mit Recht!) durchs Foyer der Musikhalle.
Stimmungsvoll ging es dann nach der Pause weiter mit „Conquest of paradise“ von Vangelis, und mit „Irving Berlins America“, einem Medley bekannter Melodien des berühmten amerikanischen Kompo-nisten, folgte der nächste musikalisch anspruchsvolle Komplex, wobei hier das Orchester manchmal etwas den Chor überdeckte. Nach den beiden Orchesterstücken Semper fidelis (Military march)“ von John Philipp Sousa (hier hätten die Trompeten etwas mehr strahlen können!) und „Matrimony“ von Gilbert O’Sullivan folgte dann der nächste Glanzpunkt: „Andrew Lloyd Webber: A Concert Celebration“, eine Folge von Melodien aus bekannten Werken des Musical-Komponisten A. L. Webber, arrangiert von Calvin Custer. Erneut eine beeindruckende Darbietung von Chor und Orchester!
Den Abschluss dieses wunderbaren Konzertes bildete traditionell der „Markneukirchner Musikanten-marsch“. Hier gab’s dann noch eine kleine, erfreuliche Überraschung, denn Michael Straube schuf dazu einen vierstimmigen Chorsatz, und so verabschiedeten sich Chor und Orchester mit diesem bekannten Marsch von Albrecht Herrmann, in dem u.a. das besungen wird, was an diesem Abend so eindrucksvoll demonstriert wurde! Natürlich durften die Mitwirkenden nicht einfach so gehen, sondern erst nach mehreren Zugaben konnten sie die Bühne verlassen: „Deutschmeister Regimentsmarsch“ von W. A. Jurek und „Music“ von John Miles.
Besonders hervorheben möchte ich noch den jungen kulturellen „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“ Willy Schüller, Schüler des Gymnasiums Markneukirchen, der neben seiner Mitwirkung im Chor auch noch die Moderation dieses Abends übernahm. Informativ, witzig, unterhaltsam und geschickt überleitend führte er souverän durch das Programm und ließ nie irgendwelche Langeweile aufkommen, als wenn er sein Leben lang nichts anderes gemacht hätte!
Ein herzliches Dankeschön an Dr. Enrico Weller für die Gesamtleitung, an Frau Gabi Nickel und Herrn Michael Straube, die die Einstudierung der Chöre übernahmen, und natürlich an alle Sängerinnen und Sänger des Chores, an die Orchestermusiker, an Frau Ursula Liesenberg und alle Verantwortlichen vor und hinter der Bühne für dieses herrliche musikalische Event! Da darf man wohl schon gespannt aufs nächste Jahr sein!!
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