Musik, die die Herzen findet - ein Galakonzert
(gd) – Als musikalischer Auftakt des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen fand am Freitag, dem 07. Mai 2010, in der Musikhalle vor ca. 700 Zuschauern ein Konzert mit dem weltberühmten Oboisten Albrecht Mayer, mit Hans-Peter Frank am Cembalo und dem Streichquintett der Potsdamer Kammerakademie statt. Ein erlesener Kreis von Musikern, die mit ihrem exzellenten, einfühlsamen Spiel das Publikum schon nach wenigen Takten in ihren musikalischen Bann zogen, ließ dieses Konzert zu einer wirklichen Gala, zu einem unvergesslichen musikalischen Erlebnis werden.
Schon Antonio Vivaldis Largo aus L’inverno (Der Winter) aus den Vier Jahreszeiten klang, als wenn die Musik aus himmlischen Sphären hernieder schwebt, und ich muss gestehen, dass ich erst bei diesen Klängen der Oboe von Albrecht Mayer diesen Schlagzeilen wie „Götterfunken“, „wundersame Oboe“ oder „Mayer erhebt Oboe zum Verführungsinstrument“ so richtig Glauben schenkte! Das war Oboen-Musik „wie von einem anderen Stern“, bestätigte mir ein Zuhörer in der Konzertpause. Aber auch das Musizieren des Streichquintetts und des Cembalos, ob im Zusammenspiel mit der Oboe oder auch in den Stücken ohne Soloinstrument, wie z.B. im Concerto und Sinfonie für Streichorchester von Vivaldi, begeisterte das Publikum – wie schon im Programmheft zu lesen war, eine „handverlesene, flexible, reaktionsschnelle und furchtlose Truppe, die wo nötig auch mit äußerstem Zartgefühl aufzuspielen vermag“. Ein sehr homogenes, souveränes Spiel der sechs Kammermusiker, die immer wieder auch in eine wunderbare Zwiesprache mit der Oboe traten.
Albrecht Mayer war aber nicht nur Solist des Abends, sondern er verstand es auch mit seiner lockeren Conférence, eine Brücke zu schlagen zwischen den Musikern auf der Bühne und dem faszinierten Publikum; eine fast intime Atmosphäre entstand somit in diesem großen Saal. Seine dritte Funktion an diesem Abend war das Dirigieren. Ob im Konzert für Oboe und Orchester (nach BWV 105) von Johann Sebastian Bach oder im Konzert für Oboe d’amore vom selben Komponisten – in den Pausen des Soloinstrumentes führte er das Quintett und den Cembalisten mit sparsamen Hand- und Körperbewegungen und „überzeugte“ sie so, seinem ausdrucksvollen Spiel zu folgen.
Mit einer „Sinfonia“ aus der Kantate BWV 156 „Ich stehe mit einem Fuß im Grab“ („sinfonia“ heißt so viel wie „Zusammenklang“, und dieser wurde an diesem Abend in Vollendung zelebriert!) wurde der erste Teil des Abends beendet. Eine wirklich zu Herzen gehende Interpretation, die sicherlich noch lange in vielen Zuhörern während der Pause nachklang!
Mit dem bekannten Choral von J. S .Bach „Jesus bleibet meine Freude“ begann der zweite Teil dieses Konzertes, in dem das Programm etwas abgeändert wurde. Mit humorvollen Worten wies er auf die für Bachsche Oboen-Musik notwendige Atemtechnik, die Zirkuläratmung, hin, die er natürlich perfekt beherrschte.
Nach einem zweiten Concerto und Sinfonie für Streichorchester von A. Vivaldi erklang das Konzert für Oboe d’amore (nach BWV 209), und dann gab es eine kleine aber wunderschöne Überraschung: Albrecht Mayer forderte seinen ehemaligen Lehrer Ingo Goritzki, dem er in puncto Karriere sehr viel zu verdanken hat, auf, mit ihm gemeinsam das Konzert für 2 Oboen d’amoren, A-Dur von G. Ph. Telemann zu spielen, was vom Publikum, darunter auch viele junge Oboisten, begeistert aufgenommen wurde. Und was dann folgte, ist wohl kaum noch zu übertreffen – zwei der weltbesten Oboisten spielen hier gemeinsam ein Konzert - ein Feuerwerk der Oboenkunst! Besser kann man wohl nicht Werbung machen für die Musik, für die Oboe, für das gemeinsame Musizieren! Ein langanhaltender Applaus und Bravo-Rufe zeugten von der glücklichen Dankbarkeit der Zuhörer für dieses Musikerlebnis.
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